Nike: 12-Jahres-Tief bei 45 Dollar

Der Sportartikelriese baut massiv um, fokussiert Kerntechnologien und reagiert auf wachsende Konkurrenz durch On und Hoka.

Dr. Robert Sasse ·
Nike Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Rund 1.400 Jobs gestrichen
  • IT-Entwicklung wird zentralisiert
  • Fokus auf Kernsportarten Laufen und Fußball
  • Aktie nahe Zwölfjahrestief

Starke Konkurrenz, schwache Kurse – bei Nike klaffen Anspruch und Realität derzeit weit auseinander. Der weltgrößte Sportartikelhersteller steckt mitten in einem schmerzhaften Umbau. An der Börse spiegelt sich das in einem massiven Kursverfall wider. Die Aktie notiert mit knapp 38 Euro in der Nähe eines Zwölfjahrestiefs und hat seit Jahresbeginn fast 30 Prozent an Wert verloren.

Umbau im Maschinenraum

Um gegenzusteuern, greift das Management nun tief in die Struktur ein. Rund 1.400 Stellen fallen weltweit weg. Das entspricht knapp zwei Prozent der Gesamtbelegschaft. Laut internen Mitteilungen von Chief Operating Officer Venkatesh Alagirisamy trifft es vor allem die Technologieabteilung.

Nike bündelt parallel dazu seine IT-Ressourcen. Die Entwicklung konzentriert sich künftig auf den Hauptsitz in Oregon und das Technologiezentrum in Indien. Diese Zentralisierung soll Lieferketten für Materialien verschlanken und Produkteinführungen beschleunigen. Das Management sieht diesen Schritt als zwingend notwendig an, um mit dem heutigen Tempo im Sportgeschäft Schritt zu halten. Bereits Anfang des Jahres hatte der Konzern fast 800 Jobs in der Logistik gestrichen.

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Druck durch neue Rivalen

Hinter den Kulissen treibt CEO Elliott Hill die „Win Now“-Strategie voran. Er leitet den Konzern seit Oktober 2024 und will die Marke wieder auf Kernsportarten wie Laufen und Fußball fokussieren. Die Produktion für Tochtergesellschaften wie Converse rückt näher an die Fabrikpartner heran. Das soll die Reaktionsfähigkeit erhöhen.

Der Zeitdruck ist enorm. Aufstrebende Marken wie On, Hoka und Arc’teryx knabbern aggressiv an den Marktanteilen der etablierten Riesen. Während exklusive Sondereditionen wie die Kobe-Bryant-Schuhe weiterhin in Minuten ausverkauft sind, kühlt die breite Nachfrage nach Lifestyle-Sneakern spürbar ab. Nike reagiert darauf mit verstärkter Automatisierung. Das Ziel ist eine Senkung der Produktionskosten, um die Margen in einem schwachen globalen Marktumfeld zu stabilisieren.

Der Weg aus der Krise erfordert einen langen Atem. Technisch ist die Aktie stark angeschlagen. Mit einem RSI-Wert von 26 gilt das Papier als überverkauft. Der Abstand zur 200-Tage-Linie bei gut 55 Euro verdeutlicht den intakten Abwärtstrend. Bis die Kostensenkungen greifen und Marktanteile zurückgewonnen sind, bleibt das Umfeld für den Sportartikelgiganten anspruchsvoll.

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Nike Aktie

36,44 EUR

+ 0,16 EUR +0,45 %
KGV 27,64
Sektor Zyklischer Konsum
Div.-Rendite 3,83 %
Marktkapitalisierung 62,23 Mrd. EUR
ISIN: US6541061031 WKN: 866993

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