Nike Aktie: Aus S&P 100 am 21. September entfernt
Nike scheidet im September aus dem S&P 100 aus. Schwaches China-Geschäft, sinkender Cashflow und Kursverluste prägen die Neuausrichtung.

Kurz zusammengefasst
- Indexwechsel nach 18 Jahren
- Börsenwert seit 2021 stark gesunken
- China-Umsatz fällt um elf Prozent
- Vertrieb ab 2027 neu ausgerichtet
Der Sportartikelhersteller Nike steht vor einer Zäsur am Kapitalmarkt: Am 21. September wird das Unternehmen nach 18 Jahren aus dem US-Leitindex S&P 100 entfernt.
Wie S&P Dow Jones Indices mitteilte, folgt der Ausschluss auf einen drastischen Rückgang der Marktkapitalisierung, die von ihrem Höchststand Ende 2021 bei über 260 Milliarden US-Dollar auf zuletzt etwa 57 Milliarden US-Dollar eingebrochen ist.
Während Nike seinen Platz räumen muss, rücken mit Dell Technologies, Palo Alto Networks, Arista Networks und SanDisk vier Unternehmen aus dem Informationstechnologie-Sektor in den Index auf.
Dramatischer Verlust an Börsenwert
Der Abstieg aus dem Kreis der hundert wichtigsten US-Börsenwerte ist die Konsequenz einer langjährigen Schwächephase. Seit dem Rekordhoch im November 2021 verlor die Aktie rund 78 Prozent an Wert. Auch im laufenden Jahr zeigt der Trend steil nach unten: Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier ein Minus von 37 Prozent.
Mit einem Schlusskurs von 33,05 Euro am vergangenen Freitag notiert die Aktie nur noch 1,1 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief. Trotz der Herausforderungen bleibt Nike weiterhin Mitglied im breiter gefassten S&P 500.
Die wirtschaftlichen Kennzahlen untermauern den Vertrauensverlust der Anleger. Im Geschäftsjahr 2026 stagnierte der Umsatz bei 46,4 Milliarden US-Dollar, was währungsbereinigt einem Rückgang von zwei Prozent entspricht.
Besonders besorgniserregend liest sich die Entwicklung des Free Cashflows, der innerhalb von zwei Jahren von 6,62 Milliarden US-Dollar auf nun 2,18 Milliarden US-Dollar schrumpfte. Auch der Nettogewinn gab im Vergleich zum Vorjahr leicht auf 3,1 Milliarden US-Dollar nach.
China-Schwäche und strategische Neuausrichtung
Ein wesentlicher Faktor für die Krise ist das schwächelnde China-Geschäft. Dort sank der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr um elf Prozent auf 5,85 Milliarden US-Dollar. Als Reaktion darauf baut das Management unter CEO Elliott Hill den Vertrieb in der Region radikal um.
Ab Januar 2027 wird Nike zahlreiche Online-Vertriebskanäle von Partnern schließen und sich auf die eigene Website sowie Kooperationen mit Tmall, JD.com und Douyin konzentrieren. Bisher wurden in China über 1.000 digitale Shops betrieben, viele davon durch externe Partner wie Topsports, deren Aktie infolge der Ankündigung ebenfalls unter Druck geriet.
Analysten bewerten die Lage weiterhin skeptisch. Die Experten von JPMorgan führen das Papier mit der Einstufung „Underweight“, während Truist die Bewertung „Hold“ mit einem Kursziel von 42 US-Dollar beibehält.
Zwar konnte Nike im vierten Quartal beim Gewinn pro Aktie mit 0,20 US-Dollar die Erwartungen übertreffen, doch mangelnde Innovationen und Marktanteilsverluste im wichtigen Back-to-School-Geschäft belasten das Sentiment.
Um neue Käuferschichten zu erschließen, setzt Nike verstärkt auf spezialisierte Produkte wie den neuen Erholungsschuh Nike 24.7, doch die volle Wirkung der Produktoffensive wird erst für die zweite Hälfte des Jahres 2027 erwartet. Ein wichtiger Termin für Investoren wird der Capital Markets Day im November sein, auf dem weitere Details zum laufenden Turnaround-Prozess folgen sollen.
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