Nike Aktie: Bruttomarge auf 40,2 Prozent gefallen
Nike verzeichnet Gewinneinbruch und Margenverlust, während der neue CEO Hill einen tiefgreifenden Konzernumbau einleitet.
Kurz zusammengefasst
- Aktie nahe 52-Wochen-Tief
- Gewinn je Aktie sinkt um 35 Prozent
- Umsatzrückgang in China erwartet
- CEO Hill kauft eigene Aktien
Nike steckt in einer seltenen Doppelkrise: Die Marke verliert operativ an Tempo, und die Aktie rutscht in Kursregionen, die lange außer Reichweite schienen. Der neue alte Vorstandschef Elliott Hill will den Konzern neu ausrichten. Der Markt verlangt aber schnelle Belege.
Aktuell notiert die Aktie bei 36,25 Euro und liegt seit Jahresbeginn rund 32,87 Prozent im Minus. Damit handelt sie nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von 35,99 Euro. Auch zum 50-Tage-Durchschnitt von 41,69 Euro bleibt der Abstand deutlich.
Umbau unter hohem Druck
Hill, der Ende 2024 an die Spitze zurückkehrte, setzt auf Programme mit den Namen „Win Now“ und „Sport Offense“. Dahinter steht mehr als ein klassisches Effizienzpaket. Nike will Marken, Sportarten, Länder und Vertriebspartner gezielter steuern.
Der Konzern spricht von einer Neuordnung des Marktplatzes und der operativen Struktur. Hill formuliert es deutlich: Nike repariere nicht nur einzelne Schwachstellen, sondern baue „Marke für Marke, Sportart für Sportart, Land für Land, Partner für Partner“ neu auf. Das klingt ambitioniert. Es erhöht aber auch die Erwartung, dass sich der Umbau bald in den Zahlen zeigt.
Gewinnrückgang trifft Bewertung
Im dritten Geschäftsquartal erzielte Nike einen Umsatz von 11,3 Milliarden Dollar. Nominal stagnierte das Geschäft, währungsbereinigt ging der Umsatz um drei Prozent zurück. Für einen Konzern, der lange mit Preissetzungsmacht und globaler Markenstärke punktete, ist das ein Warnsignal.
Noch härter traf es die Profitabilität. Der verwässerte Gewinn je Aktie fiel um 35 Prozent auf 0,35 Dollar. Der Nettogewinn sank ebenfalls deutlich auf 0,5 Milliarden Dollar.
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Auch die Marge steht unter Druck. Die Bruttomarge schrumpfte um 130 Basispunkte auf 40,2 Prozent. Netto blieb ebenfalls weniger hängen: Die Nettomarge fiel von sieben Prozent auf 4,6 Prozent. Höhere Kosten, vorsichtigere Konsumenten und mehr Wettbewerb setzen Nike gleichzeitig zu.
China und Converse belasten
Besonders heikel bleibt Greater China. Für das laufende Quartal rechnet Nike dort mit einem Umsatzrückgang von rund 20 Prozent. Lokale Marken gewinnen bei chinesischen Kunden weiter an Gewicht, während auch in Europa, dem Nahen Osten und Afrika Schwäche sichtbar ist.
Hinzu kommen zollbedingte Kosten von fast einer Milliarde Dollar, die Preiserhöhungen bei Schuhen und Bekleidung nach sich zogen. Converse bleibt ebenfalls ein Problemfeld: Die Tochter verbuchte einen Umsatzrückgang von 35 Prozent, soll laut Hill aber Teil der Nike-Familie bleiben.
Ein Signal kam aus dem Management. Hill kaufte Mitte April rund 23.660 Class-B-Aktien zu durchschnittlich 42,27 Dollar. Sein direkter Bestand stieg damit auf rund 265.247 Aktien. State Street meldete unterdessen einen Anteil von fünf Prozent an den Stammaktien, entsprechend knapp 60 Millionen Papieren.
Der Kurs preist bereits viel Skepsis ein. Für eine nachhaltige Stabilisierung braucht Nike aber mehr als Insiderkäufe und neue Programmnamen: bessere Margen, weniger Druck in China und sichtbare Fortschritte im Kerngeschäft. Erst dann bekommt der strategische Neustart am Markt Substanz.
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