Nike Aktie: Dividende übersteigt Gewinne

Nike-Aktie fällt auf Niveau von 2015, während Analysten uneins sind und die Dividende die Gewinne übersteigt.

Andreas Sommer ·
Nike Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Goldman Sachs bestätigt Neutral-Rating
  • Dividendenrendite bei 3,6 Prozent
  • WM-Kampagne als größtes Marketingevent
  • Sammelklagen wegen Zollkosten eingereicht

Kurse auf dem Niveau von 2015, ein Dividendenversprechen das die Gewinne übersteigt, und ein Weltmeisterschafts-Marketingfeuerwerk, das den Markt bislang kalt lässt — bei Nike läuft gerade einiges gleichzeitig schief und ambitioniert. Am 30. Juni werden die Quartalszahlen zeigen, ob CEO Elliott Hill den Turnaround wirklich eingeleitet hat.

Goldman bleibt skeptisch — und steht damit nicht allein

Goldman Sachs hat nach einem Nike-Event rund um die Fußball-WM seine Neutral-Einstufung bekräftigt und ein Kursziel von 52 Dollar gesetzt. Die Bank nahm an Nikes Global Football Showcase teil und sieht die Strategie rund um Produktinnovation und Markenkommunikation — hält das aber offenbar nicht für ausreichend, um die Bewertung anzuheben.

Das Bild unter den Analysten ist gespalten. Von 38 befragten Experten trägt die Aktie zwar ein Konsens-Kaufvotum mit einem durchschnittlichen Kursziel von 60,78 Dollar — allerdings reicht die Spanne von 23 bis 120 Dollar. Eine solche Bandbreite ist selten und spiegelt echte Unsicherheit wider: Niemand weiß genau, wann Hills Umbau greift.

Die Aktie schloss am Freitag bei 37,29 Euro, ein Minus von knapp 6 Prozent auf Wochensicht. Seit Jahresbeginn hat der Kurs fast 31 Prozent verloren und liegt nur rund 5 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 35,51 Euro.

Dividende mit Schönheitsfehler

Nikes Vorstand hat eine Quartalsdividende von 0,41 Dollar je Aktie beschlossen, zahlbar am 1. Juli an Aktionäre, die am 1. Juni im Register standen. Beim aktuellen Kurs ergibt das eine Dividendenrendite von rund 3,6 Prozent — und das nach 24 aufeinanderfolgenden Jahren mit Ausschüttungen.

Das Problem: Die Dividende ist durch die laufenden Gewinne nicht gedeckt. Die Ausschüttungsquote liegt bei 106 Prozent des Gewinns, beim freien Cashflow sogar bei 232 Prozent. Einkommensorientierte Anleger erhalten also eine attraktive Rendite — auf einem Fundament, das sich mittelfristig nicht von selbst trägt.

WM-Offensive trifft auf nüchternen Markt

Nike setzt zur FIFA-Weltmeisterschaft 2026 auf seine bislang größte Marketingkampagne. Der sechsminütige Film „Rip the Script“ von Wieden+Kennedy versammelt über 30 internationale Stars — von Cristiano Ronaldo und Erling Haaland bis zu Kim Kardashian und Travis Scott. Parallel dazu startete die „X2″-Kollektion, die sieben Nationalverbände, sieben Modekooperationen und sieben Jugendorganisationen zusammenbringt.

Auf der Vertriebsseite integrierte Nike im Mai KI-gestützten Checkout über Google Gemini und weitete die Präsenz auf Amazon in den USA aus. Beides passt zu Hills Strategie, nach Jahren des Rückzugs aus dem Großhandel wieder mehr Reichweite aufzubauen.

Klagen überschatten den Kurs

Ein rechtliches Risiko kommt hinzu. Drei Sammelklagen von Verbrauchern werfen Nike vor, Zollkosten von bis zu 1,5 Milliarden Dollar an Kunden weitergegeben zu haben — durch Preiserhöhungen von zwei bis zehn Dollar pro Artikel — und gleichzeitig Rückerstattungen vom Staat zu beanspruchen, nachdem der Supreme Court das betreffende Zollregime gekippt hat. Die Kläger sehen darin einen unrechtmäßigen Doppelgewinn.

Technisch ist das Bild wenig ermutigend: Nike notiert unter dem 50-, 100- und 200-Tage-Durchschnitt. Der RSI liegt bei 42,6 — kein Kaufsignal, aber auch noch nicht im überverkauften Bereich. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis nähert sich einem 10-Jahres-Tief, was Substanzinvestoren anlocken könnte. Ob das reicht, entscheidet sich am 30. Juni — wenn Hill zeigen muss, ob Kostensenkungen und WM-Euphorie tatsächlich in Margen und Umsatz ankommen.

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Nike Aktie

37,38 EUR

– 0,20 EUR -0,52 %
KGV 28,70
Sektor Zyklischer Konsum
Div.-Rendite 3,70 %
Marktkapitalisierung 64,60 Mrd. EUR
ISIN: US6541061031 WKN: 866993

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