Nike Aktie: Gewinn top, Umsatz flop
Nike übertraf im ersten Geschäftsquartal die Gewinnprognose, verfehlte jedoch die Umsatzerwartung; in China sanken die Erlöse um 26 Prozent.

Kurz zusammengefasst
- Gewinn je Aktie über Prognose
- Umsatz blieb hinter Schätzung zurück
- China-Erlöse gingen um 26 Prozent zurück
- Aktie erreichte tiefsten Stand seit 2013
Nike schlägt die Gewinnerwartungen und wird trotzdem abgestraft. Nach den Zahlen zum ersten Geschäftsquartal sackte die Aktie am Freitag zeitweise um gut neun Prozent ab und markierte den tiefsten Stand seit 2013. Im Dow Jones war sie klares Schlusslicht.
Gewinn gut, Umsatz schwach
Der Gewinn je Aktie lag bei 0,48 Dollar, erwartet waren 0,44 Dollar. Die Bruttomarge profitierte von Maßnahmen in der Lieferkette und geringeren Verwaltungskosten. Nordamerika kehrte mit zwei Prozent zum Wachstum zurück, auch Running, Football, Training und Basketball legten zu.
Beim Umsatz sieht es anders aus. Er verfehlte mit 11,21 Milliarden Dollar die Konsensschätzung von 11,35 Milliarden. In Greater China brachen die Erlöse um 26 Prozent ein, nach minus 10 und minus 17 Prozent in den beiden Quartalen davor. Lokale Rivalen wie Anta und Li Ning nehmen Nike dort Marktanteile ab.
Das Management stellte klar, dass der Umsatzdruck anhält, während Sportswear, Jordan und China neu aufgestellt werden.
Analysten werden vorsichtiger
Die Anlagestory werde zunehmend von Kostensenkungen dominiert, kritisierte Paul Lejuez von der Citigroup. Das passe schlecht zum Bewertungsaufschlag gegenüber der Branche. Seine Kollegin Monique Pollard hält es für möglich, dass Adidas und Puma dem Branchenprimus Marktanteile abnehmen.
UBS-Analyst Jay Sole sieht das Ende der Talfahrt noch nicht erreicht. Er senkte seine Schätzungen und warnt, die Erholung könne länger dauern als vom Markt erwartet. RBC und JPMorgan sehen den Ergebnisausblick klar unter den Erwartungen.
Die Kursziele streuen stark: Sie reichen von 30 bis 60 Dollar. Das Analystenbild bleibt gespalten. Die Konsens-Gewinnschätzung ist binnen 30 Tagen um rund 20 Prozent gesunken.
Muster mit Tradition: Nike übertraf den Gewinn in vier Quartalen in Folge. Nach den Berichten im Dezember 2025 und März 2026 fiel die Aktie dennoch um gut zehn beziehungsweise knapp 13 Prozent. Das Ergebnis im vierten Quartal war zudem durch eine Zollrückerstattung aufgebläht.
Auf die deutschen Konkurrenten färbte die Schwäche kaum ab. Adidas legte um ein Prozent zu, Puma verlor 0,7 Prozent. Marktteilnehmer halten Nikes Probleme für weitgehend hausgemacht.
Was als Nächstes zählt
Der nächste Test steht mit den Zahlen zum zweiten Geschäftsquartal an, die vorläufig für den 17. Dezember terminiert sind. Erwartet werden 0,52 Dollar je Aktie und 11,83 Milliarden Dollar Umsatz.
Gelingt dann kein Ende der Umsatzrückgänge, dürfte sich das Muster aus guten Gewinnen und fallenden Kursen fortsetzen. In China wäre schon ein kleinerer Rückgang ein erstes Stabilisierungssignal. Zusätzlich im Blick: der angekündigte Abgang des Finanzchefs, dessen Nachfolge das Vertrauen beeinflussen könnte.
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