Nike Aktie: Investorentag im November wird zum Richtungsentscheid

Nike verzeichnet sinkende Erlöse bei Jordan, Dunk und im Direktvertrieb; Einsparungen aus dem Umbau werden überwiegend ab 2029 erwartet.

Redaktion Stock-World ·

Kurz zusammengefasst

  • Börsenwert und Gewinne mehr als halbiert
  • Jordan-Umsatz im mittleren Zehner-Prozentbereich gesunken
  • Dunk-Erlöse fast um die Hälfte eingebrochen
  • Investorentag am 16. und 17. November

Zwei Jahre nach der Rückkehr von Konzernchef Elliott Hill an die Spitze des Sportartikelherstellers wächst an den Finanzmärkten die Skepsis gegenüber dem eingeleiteten Umbau. Seit seinem Amtsantritt im Oktober 2024 haben sich der Börsenwert und die Gewinne von Nike mehr als halbiert.

Die Erholung des Konzerns zieht sich deutlich länger hin als ursprünglich von Marktbeobachtern erhofft, während das Geschäft sowohl im Großhandel als auch im Direktvertrieb spürbar nachlässt. Im deutschen Handel schloss die Aktie am Freitag bei 30,10 Euro, was einem Verlust von 42 Prozent seit Jahresbeginn entspricht.

Verknappung von Kultmodellen soll Begehrlichkeit sichern

Ein zentraler Hebel in Hills Sanierungskonzept betrifft das Sortiment. Jahrelang hatte das Unternehmen Lifestyle- und Retro-Schuhe in hohen Stückzahlen in den Markt gedrückt. Nun steuert das Management um: Hill plant, das Volumen und die Veröffentlichungshäufigkeit bestimmter begehrter Modelle aus der Jordan-Retro-Reihe gezielt zu drosseln, um die Exklusivität der Marke wiederherzustellen.

Der Schritt reagiert auf deutliche Bremsspuren in den bisherigen Kernsegmenten. Die Erlöse der Jordan-Linie, die rund 13 Prozent des weltweiten Geschäfts ausmacht, gaben im zurückliegenden Quartal im mittleren Zehner-Prozentbereich nach.

Noch drastischer fiel das Minus bei der Modellreihe Dunk aus, deren Umsatz um fast die Hälfte einbrach und die Sparte Sportswear mit rund 200 Millionen US-Dollar belastete. Parallel dazu schrumpfte das Direct-to-Consumer-Geschäft Nike Direct um 9 Prozent auf 4,1 Milliarden US-Dollar.

Umbau der Regionen und Entzug von Partnerrechten

Neben dem Sortiment strukturiert der Konzern seine weltweite Organisation neu. Nike fasst die bisherigen Vertriebsstrukturen in drei Kernregionen zusammen: Americas, EMEA sowie APGC, das Asien-Pazifik und Greater China bündelt. Der operative Sitz für APGC wird in Singapur angesiedelt. Zudem ist geplant, bis zum Geschäftsjahr 2028 einen gemeinsamen Campus für die Marken Nike, Jordan und Converse im indischen Bengaluru zu eröffnen.

In Asien verschärft das Unternehmen zugleich die Kontrolle über den Vertrieb. Den langjährigen Vertriebspartnerinnen Topsports und Pou Sheng sollen mit Wirkung zum 1. Januar 2027 die Rechte für den Online-Verkauf entzogen werden. Damit will Nike den digitalen Auftritt wieder enger an die eigene Markenführung binden, nachdem die Erlöse im Großraum China zuletzt neun Rückgänge in Folge verzeichneten.

Investorentag im November als Richtungsentscheid

Laut Reuters schlagen die erwarteten Einsparungen aus dem laufenden Umbau überwiegend erst in den Geschäftsjahren 2029 und 2030 voll durch. Für Anleger verschiebt sich damit der Horizont für spürbare operative Verbesserungen weiter nach hinten. Zwar setzt das Management parallel wieder verstärkt auf funktionale Sportprodukte im Laufbereich, doch die Konkurrenz hat in den vergangenen Quartalen spürbar Boden gutgemacht.

Besondere Aufmerksamkeit richtet sich daher auf den 16. und 17. November. An diesen beiden Tagen hält Nike einen Investorentag ab, an dem Elliott Hill den Kapitalmärkten detailliert darlegen muss, wie die Neuausrichtung zwischen Produktverknappung, regionaler Straffung und Forschungsfokus die Trendwende herbeiführen soll.

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Nike Aktie

30,11 EUR

– 1,13 EUR -3,60 %
KGV 16,13
KUV 1,08
Sektor Zyklischer Konsum
Div.-Rendite —
Marktkapitalisierung 50,25 Mrd. USD
Ø Kursziel 40,52 USD
ISIN: US6541061031 WKN: 866993

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