Nike setzt inmitten eines laufenden Turnarounds auf einen noch jungen Sport: Pickleball. Mit dem Einstieg in diese rasant wachsende Disziplin sucht der Konzern gezielt nach neuen Erlösquellen und Zielgruppen. Im Kern steht die Frage, ob diese strategische Weichenstellung stark genug ist, um den Druck auf die Aktie langfristig zu mindern.
Einstieg in Pickleball als Wachstumsfeld
Der erste große Schritt ist getan: Nike hat die weltweite Nummer eins im Pickleball, Anna Leigh Waters, unter Vertrag genommen. Damit positioniert sich der Konzern direkt an der Spitze eines Marktes, der in den vergangenen Jahren stark an Dynamik gewonnen hat.
Die Partnerschaft eröffnet Chancen in mehreren Produktkategorien. Nike kann speziell auf Pickleball zugeschnittene Schuhe, Bekleidung und Ausrüstung etablieren und so zusätzliche Umsatzströme aufbauen. Gleichzeitig bietet der Sport Zugang zu einer neuen, breiter werdenden Community – besonders im Freizeit- und Amateursport.
Ein weiterer Aspekt: Die Kooperation mit Waters dürfte helfen, die Bindung zur weiblichen Kundschaft zu vertiefen. Pickleball ist in vielen Märkten bei Frauen besonders populär, was der Marke zusätzliche Profilierungsmöglichkeiten gibt.
Hintergründe: Turnaround unter Druck
Der Strategiewechsel erfolgt nicht aus einer Position der Stärke. Die Kursentwicklung war in den vergangenen Jahren schwach, die Aktie hat deutlich an Wert verloren. Operativ kämpft Nike zudem mit Gegenwind in wichtigen internationalen Märkten, darunter deutliche Umsatzrückgänge in China sowie in Asien-Pazifik und Lateinamerika.
Konzernchef Elliot Hill spricht davon, dass sich Nike in den „mittleren Innings“ eines Turnaround-Plans befindet – also mitten in einem mehrstufigen Erneuerungsprozess. Vor diesem Hintergrund ist der Schritt in Pickleball weniger ein Marketinggag als Baustein einer breiteren Neuaufstellung, um wieder auf einen stabileren Wachstumspfad zu kommen.
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Charttechnisch spiegelt sich der Druck der Vergangenheit in einem deutlichen Abstand zum 52‑Wochen-Hoch wider, gleichzeitig notiert die Aktie klar über ihrem 52‑Wochen-Tief. Der jüngste Schlusskurs von 64,38 US‑Dollar liegt zudem spürbar über den wichtigen gleitenden Durchschnitten der vergangenen Monate – ein Hinweis darauf, dass sich der Titel zumindest kurzfristig etwas erholt hat, aber noch weit vom früheren Niveau entfernt ist.
Zur Einordnung der Bewegungen:
- 12‑Monats-Veränderung: –6,72 %
- Abstand zum 52‑Wochen-Hoch bei 77,71 US‑Dollar: –17,15 %
- Abstand zum 52‑Wochen-Tief bei 47,03 US‑Dollar: +36,89 %
Analysten uneins über die Aktie
An der Wall Street sorgt diese Gemengelage für ein gemischtes Bild. Ein Beispiel: Barclays-Analystin Adrienne Yih bleibt bei einer neutralen Einschätzung und peilt ein Kursziel von 64 US‑Dollar an – also in etwa auf aktuellem Niveau. Aus ihrer Sicht besteht damit kurzfristig begrenztes Aufwärtspotenzial.
Der Analystenkonsens fällt etwas optimistischer aus. Im Schnitt wird die Aktie mit „Moderate Buy“ eingestuft, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 75,13 US‑Dollar. Daraus lässt sich eine gewisse Zuversicht ableiten, dass Nike seine strategische Neuausrichtung – inklusive der Expansion in Pickleball – mittelfristig erfolgreich umsetzen kann.
Fazit: Chancen, aber Bewährungsprobe
Nike versucht, über Pickleball neue Wachstumsfelder zu erschließen und seine Markenpräsenz in einem dynamischen Nischensegment auszubauen. Gleichzeitig laufen im Hintergrund tiefgreifende Turnaround-Maßnahmen, um schwache Regionen und die enttäuschende Kursentwicklung der vergangenen Jahre zu adressieren. Entscheidend für die Aktie wird sein, ob der Konzern in den kommenden Quartalen nachweisen kann, dass solche Initiativen tatsächlich in messbares Umsatzwachstum und eine nachhaltige Ergebnisverbesserung münden.
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