Nike Aktie: Pace-Programm wird zur Belastung!
Nike kalkuliert bis 2031 mit 2,5 Milliarden US-Dollar Einsparungen; zugleich sank der Umsatz in Greater China um 26 Prozent.

Kurz zusammengefasst
- Rund 2,5 Milliarden US-Dollar Einsparungen geplant
- Jordan-Retro-Modelle sollen knapper werden
- Greater-China-Umsatz sank um 26 Prozent
- Barclays und Goldman senkten Kursziele
Der Sportartikelkonzern Nike reagiert mit dem Restrukturierungsprogramm „Pace“ und einer veränderten Modellpolitik auf anhaltende Absatzprobleme bei wichtigen Kernmarken. Um die Profitabilität langfristig zu sichern, plant das Management milliardenschwere Einsparungen und Anpassungen im Sortiment.
Gleichzeitig sollen gezielte Verknappungen bei populären Modellen wie der Jordan-Reihe die Begehrlichkeit der Produkte wieder ankurbeln. An den Börsen dominieren dennoch Kurszielsenkungen großer Analysehäuser.
Für das mehrjährige Sparprogramm stellt das Unternehmen bis zum Geschäftsjahr 2031 Vorsteuerkosten von etwa einer Milliarde US-Dollar ein. Dem stehen geplante Einsparungen von kumuliert rund 2,5 Milliarden US-Dollar gegenüber. Der Konzernumbau umfasst zudem einen weiteren Stellenabbau, für den Nike bislang keine konkrete Zahl an Arbeitsplätzen genannt hat.
Die geplanten Maßnahmen sollen finanziellen Spielraum schaffen, während Vorstandschef Elliott Hill die Neuausrichtung vorantreibt. Die Einschnitte spiegeln den anhaltenden Anpassungsbedarf wider, nachdem frühere Vertriebsentscheidungen und ein zunehmender Wettbewerbsdruck die Marktposition des Konzerns belastet haben.
Verknappung bei Jordan und Druck in China
Ein zentraler Baustein der Produktstrategie betrifft das Angebot bei Basketballschuhen. Nike plant, die Stückzahlen und Veröffentlichungstermine ausgewählter Retro-Modelle der Marke Jordan spürbar zu drosseln. Zuletzt steuerte die Jordan-Linie 13 Prozent zum weltweiten Konzerngeschäft bei, verbuchte jedoch einen Umsatzrückgang im mittleren Zehner-Prozentbereich. Auch im Segment Sportswear gaben die Verkäufe zuletzt zweistellig nach.
Erschwerend kommt die anhaltende Kaufzurückhaltung auf dem chinesischen Markt hinzu. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2027 brach der Umsatz in der Region Greater China im Jahresvergleich um 26 Prozent ein. Der weltweite Konzernumsatz sank im selben Zeitraum um vier Prozent auf 11,2 Milliarden US-Dollar.
Zwar verbesserte sich die Bruttomarge dank geringerer Frachtkosten und disziplinierter Preisgestaltung leicht, doch dämpfen die schwachen Absatzzahlen die Stimmung. Für das gesamte Geschäftsjahr stellt Nike einen Erlösrückgang im hohen einstelligen Prozentbereich in Aussicht.
Analysten stutzen ihre Kursziele
Die Kombination aus schrumpfenden Erlösen und hohen Restrukturierungskosten sorgt an der Wall Street für Vorsicht. Barclays-Analystin Adrienne Yih senkte das Kursziel von 48 auf 37 US-Dollar, bestätigte jedoch ihre Einstufung mit „Overweight“. Yih betonte, dass der Druck auf das Geschäft in China und auf etablierte Kollektionen vorerst anhalten dürfte, auch wenn die Quartalsgewinne über den Erwartungen lagen.
Goldman Sachs passte die Bewertung ebenfalls nach unten an und reduzierte das Ziel von 38 auf 30 US-Dollar bei einer unveränderten Einstufung auf „Neutral“. Parallel dazu stufte die Ratingagentur S&P Global Ratings die Kreditwürdigkeit des Unternehmens von A+ auf A herab und verwies dabei auf absehbare Belastungen beim freien Cashflow in den kommenden Jahren.
An den Handelsplätzen spiegelt sich die Skepsis der Investoren deutlich wider. Im europäischen Handel notiert das Papier heute bei 30,09 Euro, während der Kursverlust seit Jahresanfang bei 42 Prozent liegt. Der Konzern steht vor der Aufgabe, den Markenkern über künstliche Verknappung zu stärken und gleichzeitig die Kostensenkungen ohne weitere Marktanteilsverluste umzusetzen.
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