Nike Aktie: Umsatz verfehlt Erwartungen
Nike meldet rückläufige Quartalserlöse und erwartet 2027 weitere Einbußen; das Programm Pace soll bis 2031 rund 2,5 Milliarden Dollar sparen.
Kurz zusammengefasst
- Quartalsumsatz sinkt um 4,3 Prozent
- Bruttomarge steigt auf 42,8 Prozent
- Pace soll 2,5 Milliarden Dollar einsparen
- Nike prognostiziert 2027 Umsatzrückgang
Nike baut seinen Konzern weiter um und kündigt dafür ein neues Sparprogramm an. Zeitgleich mit den Zahlen zum ersten Geschäftsquartal verfehlte der Sportartikelhersteller die Umsatzerwartungen der Analysten. Im nachbörslichen Handel gab die Aktie rund vier Prozent nach.
Quartalszahlen mit gemischtem Bild
Der Umsatz sank um 4,3 Prozent auf 11,2 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit etwas mehr gerechnet. Der Gewinn fiel leicht auf 712 Millionen Dollar oder 0,48 Dollar je Aktie, nach 727 Millionen Dollar im Vorjahr.
Einen Lichtblick lieferte die Marge. Die Bruttomarge stieg um 60 Basispunkte auf 42,8 Prozent, vor allem dank niedrigerer Lager- und Logistikkosten.
Der Ausblick dämpft die Stimmung dennoch. Für das Geschäftsjahr 2027 erwartet Nike einen Umsatzrückgang im hohen einstelligen Prozentbereich. Das Ergebnis je Aktie soll zwischen 1,15 und 1,35 Dollar liegen. Schwach bleibt vor allem Greater China, auch in Europa sieht sich der Konzern mit Herausforderungen konfrontiert.
Pace: Umbau des Betriebsmodells
Das neue Programm heißt Pace und soll das Betriebsmodell von Nike grundlegend verändern. Es umfasst eine modernisierte globale Lieferkette, einen neuen Campus in Indien und die Neuordnung auf drei Regionen. Hinzu kommen weitere Stellenstreichungen.
Bis zum Geschäftsjahr 2031 sollen insgesamt rund 2,5 Milliarden Dollar eingespart werden. Das Programm baut auf früheren Restrukturierungen auf.
Die Einsparungen haben ihren Preis. Nike rechnet bis 2031 mit Vorsteuerbelastungen von etwa einer Milliarde Dollar, überwiegend für Personalkosten. Allein im Geschäftsjahr 2027 sollen davon rund 0,3 Milliarden Dollar anfallen. Schon im Geschäftsjahr 2026 hatte der Konzern etwa 0,3 Milliarden Dollar an Abfindungen verbucht.
Turnaround unter Druck
CEO Elliott Hill treibt die Neuausrichtung seit Längerem voran. Analysten sehen die Probleme weniger in der Konsumlaune als in strategischen Fehlern. Zu wenige überzeugende Neuheiten hätten Rabattaktionen nötig gemacht und das Geschäft belastet.
Wie angeschlagen das Ansehen der Marke an der Börse ist, zeigt ein weiteres Detail. Im September flog Nike nach 18 Jahren aus dem S&P 100. Der nachbörsliche Kurs von 33,79 Dollar unterstreicht, wie weit sich die Aktie von früheren Niveaus entfernt hat.
Die Marge zeigt, dass die Kostenseite greift. Ob auch die Umsätze 2027 drehen, ist nach der Prognose eines weiteren Rückgangs im hohen einstelligen Bereich noch offen.
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