Nike Aktie: WM-Boom, trüber Ausblick
Nike übertrifmt die Erwartungen im Quartal, warnt aber vor anhaltend schwierigen Marktbedingungen und Umsatzrückgängen im zweiten Halbjahr.

Kurz zusammengefasst
- Quartalszahlen übertreffen Analystenerwartungen
- Gewinnsprung durch Zollrückzahlung
- WM-Trikotverkäufe deutlich gesteigert
- Management erwartet keine baldige Erholung
Der Fußball-WM-Effekt ist real — reicht aber nicht. Nike hat für das abgelaufene Quartal Zahlen vorgelegt, die die Analystenerwartungen größtenteils übertroffen haben. Der Markt reagierte trotzdem mit Verkäufen: Die Aktie fiel im nachbörslichen Handel um rund drei Prozent.
Zahlen mit einem Haken
Der Quartalsumsatz sank leicht um ein Prozent auf 10,97 Milliarden Dollar — Analysten hatten im Schnitt 10,86 Milliarden Dollar erwartet. Der Gewinn kletterte von 211 Millionen Dollar im Vorjahresquartal auf gut eine Milliarde Dollar. Hinter diesem Sprung steckt allerdings ein Sondereffekt: Ein Anspruch auf Rückzahlung von US-Importzöllen, nachdem der Oberste Gerichtshof entsprechende Anordnungen von Präsident Trump gekippt hatte, beflügelte das Ergebnis erheblich.
Das Regionalbild ist gemischt. In den USA blieben die Erlöse mit 4,83 Milliarden Dollar leicht unter den Markterwartungen. China hingegen überraschte positiv — rund 1,3 Milliarden Dollar, mehr als Analysten im Schnitt erwartet hatten.
WM ja, Erholung nein
CEO Elliott Hill verwies auf starke Verkäufe rund um die Fußball-WM, die derzeit unter anderem in den USA ausgetragen wird. Zum Turnierstart verkaufte Nike zweieinhalb Mal mehr Nationalmannschaftstrikots als zum gleichen Zeitpunkt bei der WM 2022. Neben der US-Auswahl rüstet Nike künftig auch die deutsche Nationalmannschaft aus — ab nächstem Jahr löst der Konzern Adidas beim DFB ab.
Das WM-Momentum kaschiert jedoch eine strukturell angespannte Lage. Finanzchef Matthew Friend machte wenig Hoffnung: Die Verbraucher stünden weltweit unter Druck, und für die nächsten sechs Monate rechne man nicht mit einer Aufhellung. Für das laufende Halbjahr stellte das Management Umsatzrückgänge in Aussicht.
Selbst verschuldete Schwäche
Ein Teil des Problems ist hausgemacht. Nike hatte in den vergangenen Jahren stark auf den Direktvertrieb gesetzt — auf Kosten des Einzelhandels. Im US-Markt nutzten Wettbewerber das entstandene Vakuum und sicherten sich Regalplatz. Jetzt arbeitet der Konzern daran, das Verhältnis zu seinen Händlern zu reparieren. Hill verordnete dem Unternehmen zudem eine Rückbesinnung auf den Kern: Weg vom aufgeblähten Lifestyle-Sortiment, wieder stärker auf Sportler ausgerichtet.
Diese Neuausrichtung braucht Zeit. Und solange der makroökonomische Gegenwind anhält — steigende Ölpreise, geopolitische Unsicherheiten, schwache Verbraucherstimmung — dürfte der Kursruck nach oben noch auf sich warten lassen.
Nike-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Nike-Analyse vom 1. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Nike-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Nike-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 1. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Nike: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...