Nike: World Cup 2026 als Umsatzkatalysator

Nike setzt auf Stellenabbau, Automatisierung und die Fußball-WM 2026, um Margendruck und Gewinneinbruch zu begegnen.

Eduard Altmann ·
Nike Aktie

Kurz zusammengefasst

  • 1.400 Stellenstreichungen in Tech und Operations
  • Fokus auf Automatisierung und schlanke Prozesse
  • Gewinn bricht um 86 Prozent ein
  • WM 2026 als erhoffter Umsatztreiber

Stellenabbau, sinkende Margen, ein Aktienkurs nahe Mehrjahrestiefs — und trotzdem setzt Nike alles auf eine Karte: die Fußball-WM 2026 als Wendepunkt. Das Bild, das der Konzern derzeit abgibt, ist widersprüchlich. Aber es hat eine innere Logik.

1.400 Stellen weg, Automatisierung rein

Nike streicht rund 1.400 Stellen, hauptsächlich in den globalen Technologie- und Operationsteams. COO Venkatesh Alagirisamy begründet den Schritt mit der Straffung der Lieferketten und der Bündelung der Technologiebasis auf zwei Standorte: Beaverton im US-Bundesstaat Oregon und das Nike India Technology Center. Parallel dazu modernisiert der Konzern seine Air-Manufacturing-Innovation-Werke in Beaverton, St. Louis und Vietnam — mit mehr Automatisierung, schlankeren Prozessen und angepasstem Personal. Auch Converse-Produktion und Engineering werden näher an die Fabrikpartner verlagert.

Das Ziel ist klar: schneller, leaner, profitabler. Der Weg dorthin ist steinig.

Margen unter Druck, Gewinn bricht ein

Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 stagnierte der Umsatz bei rund 11,3 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn fiel auf 520 Millionen Dollar — nach 794 Millionen im Vorjahreszeitraum. Die Bruttomarge sank von 41,5 auf 40,2 Prozent.

Nike entschied sich bewusst, weiter in die Marke zu investieren. Die Ausgaben stiegen leicht, der Nettogewinn brach um 86 Prozent ein. Liquide Mittel und kurzfristige Investments gingen um 2,3 Milliarden Dollar auf 8,1 Milliarden Dollar zurück — Dividenden, Aktienrückkäufe, Anleiherückzahlungen und Investitionen fraßen mehr als die laufenden Einnahmen.

Vollständige Jahres- und Langfristguidance will das Management erst beim Investor Day im Herbst liefern.

WM als Katalysator — und der Lauf-Bereich als Blaupause

Das Management schätzt, dass die Fußball-WM den Umsatz 2026 um einen niedrigen einstelligen Prozentsatz beflügeln könnte. Für Nordamerika rechnen Analysten mit einem etwas stärkeren Rückenwind im mittleren einstelligen Bereich. Nike bringt dafür neue Fußballschuhe und die „Aero-FIT“-Kühltechnologie für Trikots auf den Markt, die später auf andere Sportarten ausgerollt werden soll.

CEO Elliott Hill sieht im Laufsegment — das zuletzt um über 20 Prozent wuchs — die Blaupause für diesen Wandel. Fußball soll der nächste Bereich sein, der ähnlich konsequent umgebaut wird.

Aktie weit unter Hochs, Investor Day im Herbst

Die Nike-Aktie notiert aktuell bei rund 38,70 Euro und damit knapp 43 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch. Seit Jahresbeginn hat das Papier fast 28 Prozent verloren. Piper Sandler stuft die Aktie als „im Penalty-Bereich“ ein — kein kurzfristiger Katalysator in Sicht, Bewertung mit dem 22-Fachen der für Geschäftsjahr 2028 geschätzten Gewinne noch nicht günstig.

Den nächsten konkreten Orientierungspunkt liefert der Investor Day im Herbst auf dem Beaverton-Campus. Dort will das Management erstmals wieder einen längerfristigen Finanzfahrplan vorlegen — und zeigen, ob der „Win Now“-Umbau mehr ist als ein Kostenprogramm.

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Nike Aktie

38,85 EUR

– 0,84 EUR -2,13 %
KGV 30,24
Sektor Zyklischer Konsum
Div.-Rendite 3,69 %
Marktkapitalisierung 68,06 Mrd. EUR
ISIN: US6541061031 WKN: 866993

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