Nikkei 225: Erholung mit Bremsspuren
Der Nikkei 225 schloss trotz anfänglicher Kursgewinne leicht schwächer. Höhere Ölpreise und Inflationssorgen belasteten den japanischen Markt.

Kurz zusammengefasst
- Nikkei beendet Handel 0,2 Prozent schwächer
- Brent nähert sich 100 Dollar
- Yen stützt japanische Exportwerte
- Hormus-Konflikt erhöht Marktschwankungen
Nach einem herben Rücksetzer am Dienstag drehte der Nikkei 225 am Mittwoch zunächst deutlich ins Plus – nur um die Gewinne im Tagesverlauf wieder abzugeben. Am Ende stand ein leichtes Minus von 0,2 Prozent auf 65.142,78 Punkte. Zwischen Erholungsversuch und erneutem Nachgeben liegt vor allem ein Faktor: der Ölpreis.
Die Eskalation zwischen den USA und dem Iran um die Straße von Hormus treibt die Notierungen weiter nach oben. Brent-Rohöl nähert sich der Marke von 100 Dollar je Barrel – dem höchsten Stand seit Ende Juli. Auslöser war die Zerstörung von fünf iranischen Öltankern durch US-Streitkräfte als Reaktion auf einen Angriff auf ein US-Kriegsschiff. Die Revolutionsgarden reagierten mit Raketenangriffen auf das mit Washington verbündete Jordanien.
Exporteure zwischen Hoffnung und Sorge
Am Morgen hatte der Index noch deutlich zugelegt, getrieben von Autobauern, Finanz- und Technologiewerten. SoftBank Group gewann zeitweise mehr als vier Prozent, Toyota legte zu, während Fast Retailing, der Betreiber der Uniqlo-Kette, mehr als zwei Prozent verlor. In der Zulieferbranche sorgten Furukawa Electric und Fujikura mit zweistelligen Kurssprüngen für Aufsehen.
Der Yen notiert derweil im höheren 153er-Bereich gegenüber dem Dollar – eine Entwicklung, die exportorientierte Werte tendenziell stützt. Trotzdem konnte der Index die Frühgewinne nicht halten. Der Grund liegt weniger in Japan selbst als in der Furcht vor steigenden Energiekosten und deren Folgen für die globale Inflation.
Ölpreis als Belastungsfaktor für die gesamte Region
Die Nervosität beschränkt sich nicht auf Tokio. In Seoul stützte KI-Optimismus rund um Chiphersteller wie SK Hynix den Kospi, während Chinas Börsen gemischt reagierten – belastet von unerwartet stark gestiegenen Erzeugerpreisen. Auch an der Wall Street rutschten die wichtigsten Indizes ab, der Dow markierte zeitweise seinen tiefsten Intraday-Stand seit über einem Monat.
Der Ölpreis hat sich seit Anfang August um rund 28 Prozent verteuert – eine Entwicklung, die Notenbanken vor der nächsten Zinsentscheidung kaum ignorieren können. Solange sich der Konflikt um die Straße von Hormus nicht entspannt, dürfte die Schwankungsbreite am japanischen Markt hoch bleiben. Wichtige Inflationsdaten in den kommenden Tagen werden zeigen, wie stark die Notenbanken auf die Ölpreis-Rally reagieren müssen.
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