Nikkei 225: Ölpreis-Sorgen bremsen Rally

Der Nikkei 225 gab nach starken Vortagen nach, während höhere Ölnotierungen und schwache US-Vorgaben besonders Technologiewerte belasteten.

Andreas Sommer ·
Finanzviertel in Tokio bei Dämmerung mit verschwommenen Bürogebäuden im Hintergrund. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Nikkei verliert 212,53 Punkte
  • WTI steigt auf 85,64 Dollar
  • Technologiewerte deutlich unter Druck
  • Toyota und Stahlwerte legen zu

Nach zwei starken Handelstagen mit einem Plus von gut 730 Punkten kommt der japanische Leitindex ins Stocken. Der Nikkei 225 rutschte am Dienstag unter die Marke von 66.100 Punkten – Auslöser ist ein wiederaufgeflammter Nahost-Konflikt, der die Ölpreise in die Höhe treibt und die Anleger nervös macht.

Der Index notierte am Morgen bei 66.099,40 Punkten, ein Minus von 212,53 Punkten oder 0,32 Prozent. Zwischenzeitlich fiel der Nikkei sogar auf 65.576,61 Punkte. Bereits am Montag hatte der Index nach zwei Gewinntagen nachgegeben und schloss bei 66.311,93 Punkten.

Ölpreis-Schock aus dem Nahen Osten

Der eigentliche Belastungsfaktor kommt von der Rohstoffseite. Nachdem die USA ihre Angriffe auf den Iran wieder aufgenommen haben, sprang der Preis für die US-Sorte WTI um mehr als 2,6 Prozent auf 85,64 Dollar je Barrel. Die Furcht vor einer breiteren Eskalation am Golf schlägt direkt auf die Stimmung an den Weltbörsen durch – die Wall Street hatte bereits am Montag mit Verlusten reagiert, der Dow gab um 0,7 Prozent nach.

Diese schwachen US-Vorgaben wirken nun auch auf Tokio durch. Technologiewerte gerieten besonders unter Druck: Tokyo Electron verlor knapp 3 Prozent, Advantest und Screen Holdings büßten jeweils mehr als 2 Prozent ein. Noch deutlicher traf es Sumco mit einem Kursrutsch von fast 6 Prozent, während Furukawa Electric, Lasertec und Fujikura jeweils knapp 4 Prozent verloren.

Autobauer und Stahlwerte trotzen dem Trend

Nicht alle Sektoren zeigten sich schwach. Automobilwerte legten spürbar zu – Toyota gewann mehr als 2 Prozent, Honda knapp 2 Prozent. Auch Stahl- und Energiewerte profitierten offenbar vom höheren Ölpreisumfeld: JFE Holdings sprang um fast 5 Prozent, Nippon Steel, Sumitomo Chemical und Tokyo Electric Power legten jeweils mehr als 4 Prozent zu.

Die Bankenwerte bewegten sich moderat im Plus. Sumitomo Mitsui Financial, Mitsubishi UFJ Financial und Mizuho Financial gewannen jeweils 0,3 bis 0,4 Prozent.

Die konjunkturellen Signale aus Japan blieben derweil solide. Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe kletterte im August auf 54,9 Punkte, den achten Monat in Folge über der Wachstumsschwelle von 50. Die Investitionsausgaben japanischer Unternehmen legten im zweiten Quartal um 1,6 Prozent zu und übertrafen damit die Erwartungen deutlich, auch wenn die Ausgaben im verarbeitenden Gewerbe selbst mit einem Minus von 3,7 Prozent weiter schwächelten.

Der Dollar notierte unterdessen im höheren 159-Yen-Bereich. Ob sich die Nahost-Spannungen weiter zuspitzen, dürfte in den kommenden Handelstagen über die Richtung des Index entscheiden – die Reaktion der Ölmärkte bleibt dabei der entscheidende Taktgeber für Tokio.

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