Nikkei 225: Vier Prozent Ausverkauf

Geopolitische Spannungen und ein Einbruch bei Halbleiterwerten lassen den japanischen Leitindex auf den tiefsten Stand seit Wochen fallen.

Andreas Sommer ·
Nikkei 225 Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Schwerster Handelstag seit Wochen
  • Chipwerte als Hauptbelastungsfaktor
  • Kioxia-Bewertung halbiert sich
  • Regionale Börsen folgen dem Trend

Der japanische Leitindex hat einen seiner schwächsten Handelstage der letzten Wochen erlebt. Der Nikkei 225 verlor am Freitag vier Prozent und rutschte auf 64.141,12 Punkte ab — damit lag er deutlich unter dem Niveau der Vorwoche. Kein anderer großer Markt in Fernost traf es so hart.

Der Ausverkauf hat zwei Wurzeln, die sich gegenseitig verstärken. Zum einen eskaliert der Konflikt zwischen den USA und dem Iran weiter: Nach mehreren aufeinanderfolgenden Nächten mit amerikanischen Angriffen wächst die Sorge vor Störungen der Öllieferungen durch die Straße von Hormus. Ölpreise steuern auf ihre stärkste Wochenperformance seit April zu — ein Belastungsfaktor für die Zinserwartungen, obwohl jüngste US-Inflationsdaten der Notenbank vorerst Spielraum für eine Zinspause lassen.

Chipwerte reißen den Markt nach unten

Der zweite, für den Nikkei entscheidendere Faktor kommt aus dem Technologiesektor. Der Philadelphia Semiconductor Index fiel auf den tiefsten Stand seit acht Wochen und hat inzwischen fast 20 Prozent seines Hochs eingebüßt. Diese Schwäche schwappt direkt auf die japanische Börse über, wo Chipwerte überproportional stark im Index vertreten sind.

Besonders hart traf es Kioxia: Der Speicherchiphersteller hatte erst vor wenigen Wochen die höchste Marktkapitalisierung aller japanischen Börsenwerte erreicht — inzwischen hat sich dieser Wert binnen eines Monats halbiert. Auch Murata Manufacturing gehörte zu den größten Verlierern im Index. Selbst robuste Geschäftszahlen und ein optimistischer Ausblick von TSMC konnten die Stimmung nicht drehen. Der taiwanesische Auftragsfertiger meldete zwar anhaltend starke KI-Nachfrage, verschreckte Investoren aber mit einer deutlich höheren Investitionsprognose für das laufende Jahr — ein Signal, das viele als Zeichen überzogener Erwartungen an den Sektor werteten.

Die breitere TOPIX-Benchmark gab mit rund 2,6 Prozent zwar spürbar, aber deutlich moderater nach als der technologieschwere Nikkei. Das unterstreicht, wie konzentriert der Ausverkauf auf Halbleiter- und verwandte Technologiewerte wirkte.

Ansteckung über die Region hinaus

Der Druck blieb nicht auf Japan beschränkt. Der chinesische CSI 300 gab rund 2,5 Prozent ab, der Hang Seng in Hongkong verlor etwa zwei Prozent. Der technologielastige taiwanesische Markt traf es mit einem Minus von über sechs Prozent noch härter als den Nikkei. Deutlich stabiler zeigte sich dagegen der australische ASX 200, der nur rund 0,5 Prozent nachgab — ein Markt ohne nennenswerte Technologielastigkeit blieb von der Verkaufswelle weitgehend verschont.

Südkoreanische Börsen blieben wegen eines Feiertags geschlossen, nachdem sie bereits in den Tagen zuvor unter einem scharfen Ausverkauf bei Halbleiterwerten gelitten hatten.

Für den Nikkei bleibt die Gemengelage aus geopolitischer Eskalation und Zweifeln an der Bewertung von KI- und Chipwerten der entscheidende Belastungsfaktor. Ob die kommende Berichtssaison japanischer Technologiekonzerne genug Substanz liefert, um die Stimmung zu drehen, wird sich in den nächsten Handelstagen zeigen — bislang wurden selbst positive Nachrichten aus dem Sektor vom Markt ignoriert.

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Nikkei 225 Index

64.141,12 PKT

– 2.694,42 PKT -4,03 %
KGV
Sektor
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung
ISIN: XC0009692440

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