Nokia Aktie: 58-Prozent-Rückgang in China seit 2018

Nokia schließt bis Ende 2026 alle China-Standorte und trennt sich von rund 7.200 Beschäftigten. Der Konzern fokussiert sich künftig auf KI- und Optikgeschäfte.

Andreas Sommer ·
Nokia Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Kompletter Rückzug aus China
  • 7.200 Mitarbeiter betroffen
  • Fokus auf KI und Optik
  • Aktie verliert nach Bekanntgabe

Nokia zieht nach 42 Jahren einen endgültigen Schlussstrich unter sein China-Geschäft. Bis Ende 2026 schließt der finnische Netzwerkausrüster sämtliche Standorte auf dem chinesischen Festland, wie am Mittwoch bekannt wurde. Betroffen sind rund 7.200 Mitarbeiter in China, Hongkong und Taiwan, die meisten von ihnen sollen entlassen werden. Nur ein After-Sales-Service bleibt vor Ort bestehen.

Der Rückzug ist die Konsequenz aus einem jahrelangen Erosionsprozess. Nokias China-Umsatz fiel von 2,2 Milliarden Euro im Jahr 2018 auf 913 Millionen Euro im Jahr 2025 – ein Rückgang von 58 Prozent.

Der Marktanteil im 5G-Geschäft liegt dort nur noch bei etwa 3 Prozent. Das Forschungszentrum in Hangzhou mit 1.600 Stellen wird in drei Phasen zwischen September und Dezember 2026 abgewickelt, betroffene Beschäftigte erhalten eine Abfindung nach der Formel N+3.

Restrukturierung mit klarem Sparziel

Der Umbau ist Teil eines größeren Restrukturierungsprogramms mit einem Budget von 800 Millionen Euro, davon 350 Millionen Euro allein für den China-Rückzug. Nokia rechnet mit jährlichen Einsparungen, die je nach Quelle zwischen 200 Millionen und 1,2 Milliarden Euro beziffert werden.

Der Schritt fällt in eine Phase, in der Nokia sein China-Geschäft bereits stark zurückgefahren hatte – die jetzige Schließung markiert den formalen Schlusspunkt statt eine neue Eskalation.

Strategischer Fokus verschiebt sich

Konzernchef Justin Hotard begründete den Schritt mit einer klaren strategischen Neuausrichtung: Nokia will sich künftig stärker auf künstliche Intelligenz und optische Netze konzentrieren. Die Zahlen stützen diesen Kurs.

Im zweiten Quartal wuchs das Optik-Geschäft um 20 Prozent, der Umsatz mit KI- und Cloud-Anwendungen legte um 105 Prozent auf 446 Millionen Euro zu und macht mittlerweile 9 Prozent des Konzernumsatzes aus. Geografisch verlagert Nokia sein Gewicht Richtung USA und Indien, wo die Nachfrage nach Netzwerktechnik für Rechenzentren und KI-Infrastruktur steigt.

Kursreaktion und Bewertung

Der Markt reagierte zwiegespalten auf die Nachrichtenlage der vergangenen Tage. Die Nokia-Aktie schloss am Mittwoch bei 8,72 Euro und verlor damit 3,3 Prozent, nachdem die endgültige China-Schließung publik wurde.

Trotz des jüngsten Rücksetzers steht die Aktie seit Jahresbeginn noch immer mit 56 Prozent im Plus – ein Beleg dafür, dass Anleger die strategische Neuausrichtung insgesamt honorieren, auch wenn kurzfristig Unsicherheit über die Kosten des Umbaus überwiegt.

Für Anleger bleibt die Rechnung ambivalent: Kurzfristig belasten Restrukturierungskosten und der Wegfall von China-Umsätzen die Bilanz, langfristig soll der freiwerdende Fokus auf margenstärkere Wachstumsfelder wie Optik und KI-Infrastruktur die Profitabilität stützen. Ob sich diese Wette auszahlt, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell das Optik- und KI-Geschäft die wegfallenden China-Erlöse kompensieren kann.

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Nokia Aktie

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Sektor Technologie
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Ø Kursziel 10,32 EUR
ISIN: FI0009000681 WKN: 870737

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