Nokia Aktie: AI-RAN-Plattform mit Nvidia gestartet
S&P bewertet Nokia-Ausblick positiver, während der Kurs nahe der 200-Tage-Linie Unterstützung sucht. KI-RAN-Partnerschaft mit Nvidia soll 2027 kommerziell starten.

Kurz zusammengefasst
- S&P hebt Ausblick auf positiv
- Kurs nahe 200-Tage-Durchschnitt
- AI-RAN-Plattform mit Nvidia geplant
- Zwei Großaufträge im Juli gesichert
Ein brutaler Kursrutsch von fast einem Viertel binnen 30 Tagen, und ausgerechnet jetzt hebt eine Ratingagentur den Daumen. Bei Nokia klaffen Chartbild und fundamentale Story gerade auseinander — und genau das macht den aktuellen Kurs für längerfristig orientierte Anleger interessant.
Die Aktie schloss zuletzt bei 8,28 Euro, ein Plus von 0,63 Prozent zum Vortag. Zum bisherigen Jahreshoch von 14,97 Euro aus dem Juni fehlen der Aktie noch 44,66 Prozent. Der Absturz der letzten vier Wochen wirkt heftig. Auf Jahressicht bleibt Nokia dennoch ein Gewinner: Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 48,19 Prozent, auf Zwölfmonatssicht sogar von 133,09 Prozent. Die Erholungsgeschichte ist also intakt, nur eben gerade unterbrochen.
S&P sieht ein anderes Nokia
Am 30. Juli 2026 hob S&P Global Ratings den Ausblick für Nokia von „stabil“ auf „positiv“ an. Das Rating selbst blieb bei ‚BBB-‚. Die Begründung wiegt aber schwerer als die reine Note: Die Agentur verweist auf die zunehmende Diversifizierung des Geschäfts weg vom klassischen, schwankungsanfälligen Telekomgeschäft hin zu KI- und Cloud-Nachfrage.
Das ist keine reine Zukunftsmusik. Im Juli 2026 sicherte sich Nokia gleich zwei prominente Aufträge: eine Transformation des optischen Netzwerks bei Orange Belgium und eine 5G-Erweiterung mit Taiwan Mobile. Beide Deals unterstreichen dieselbe Botschaft. Nokia positioniert sich als zentraler Ausrüster für Netzbetreiber, die auf KI-native, hochautomatisierte Infrastruktur umsteigen.
AI-RAN: Der Fahrplan bis 2027
Am 15. Juli 2026 präsentierte Nokia gemeinsam mit Nvidia die erste kommerzielle AI-RAN-Plattform der Branche. Die Idee dahinter: KI-Workloads direkt ins Funkzugangsnetz integrieren und damit die Spektraleffizienz massiv steigern.
Für Investoren zählt vor allem der Zeitplan. Nokia plant erste Pilotinstallationen noch bis Ende 2026, die volle kommerzielle Verfügbarkeit soll 2027 folgen. Das bedeutet: Kurzfristig bringt AI-RAN keine Umsätze. Mittelfristig verschafft die Ankündigung Nokia aber einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Ericsson und Cisco im Rennen um die KI-native Netzwerkgeneration.
Der Chart nähert sich einer wichtigen Marke
Technisch betrachtet spricht einiges für eine Stabilisierungsphase. Bei 8,28 Euro liegt die Aktie nur noch 4,03 Prozent über ihrem 200-Tage-Durchschnitt von 7,96 Euro. Diese Linie fungierte in der Vergangenheit oft als psychologische und technische Bodenmarke.
Der 14-Tage-RSI notiert bei 38,0. Die Aktie hat damit die überhitzte Zone vom Juni klar verlassen und nähert sich einem Bereich, der häufig eine Erholungsrallye einleitet. Ein Teil des jüngsten Kursdrucks lässt sich zudem simpel erklären: Am 27. Juli 2026 notierte Nokia ex-Dividende, ausgeschüttet wurden 0,0400 Euro je Aktie. Solche Abschläge sind mechanischer Natur und sagen nichts über die fundamentale Stärke des Unternehmens aus.
Ein differenziertes, aber konstruktives Bild
Restrukturierungskosten und Lieferengpässe bei Halbleitern bleiben 2026 echte Belastungsfaktoren. Das lässt sich nicht wegreden. Trotzdem passt das Gesamtbild zusammen: Die Rating-Anhebung von S&P, die erfolgreiche Integration des optischen Netzwerkgeschäfts nach der Ende 2025 abgeschlossenen Übernahme von Infinera und die konkreten AI-RAN-Meilensteine zeigen ein Unternehmen, das fundamental stärker dasteht als vor einem Jahr.
Die Nähe zum 200-Tage-Durchschnitt bei 7,96 Euro liefert damit eine konkrete Marke, an der sich eine nachhaltige Wende ablesen ließe — während der Markt beginnt, den für 2027 geplanten AI-RAN-Rollout einzupreisen.
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