Nokia Aktie: Core-SaaS-Edge startet bei PLDT
Nokia erzielt ersten südostasiatischen Test für Roaming-Lösung, Aktie fällt dennoch weiter. Quartalszahlen am 23. Juli im Fokus.

Kurz zusammengefasst
- Erster Roaming-Test auf den Philippinen
- Aktie fällt 3,4 Prozent am Freitag
- Kurs seit Junihoch um 27 Prozent gesunken
- Quartalszahlen am 23. Juli erwartet
Nokia meldet einen kommerziellen Erfolg in Südostasien. Der Aktienkurs reagiert trotzdem mit einem Rückschlag. Die Diskrepanz zeigt, wie stark die Aktie nach dem Höhenflug der vergangenen Monate inzwischen unter Druck steht.
Am Freitag schloss das Papier bei 10,96 Euro, ein Minus von 3,40 Prozent auf Tagesbasis. Über die Woche summierte sich der Rückgang auf 1,84 Prozent. Damit setzt sich eine Konsolidierung fort, die den Kurs seit dem Rekordhoch im Juni begleitet.
Philippinen-Test markiert Premiere für die Region
Der philippinische Mobilfunkanbieter Smart Communications, die Mobilfunksparte von PLDT, hat einen Live-Test von Nokias Core-SaaS-Edge-Lösung für Roaming abgeschlossen. Das Ziel: bessere Datenroaming-Erfahrungen für philippinische Reisende im Ausland. Laut den Projektpartnern ist es die erste derartige Anwendung eines Telekomanbieters in Südostasien.
Die Technik setzt auf sogenanntes Local Breakout. Beim Test, der bereits auf dem Mobile World Congress in Barcelona lief, wurde der Datenverkehr über den nächstgelegenen Netzknoten in Europa geleitet statt zurück in die Philippinen. Das Ergebnis: niedrigere Latenz, schnelleres Surfen und reaktionsschnellere Apps. Der Heimatbetreiber behält dabei die volle Kontrolle über Abrechnung, Richtlinien und Kundendienste.
Nokias Vizepräsident für den asiatisch-pazifischen Raum, Henrique Vale, bezeichnete die Core-SaaS-Edge-Lösung als Grenzerweiterung für die Konnektivitätsbranche. Roaming-Dienste gewinnen für Kunden im Ausland zunehmend an Bedeutung, so Vale. PLDT-Netzchef Menardo G. Jimenez Jr. verwies zudem auf weitere geplante Investitionen des Betreibers in ähnliche Technologien.
Aktienkurs bleibt unter Druck
Der Deal mit Smart Communications reiht sich in eine Serie kommerzieller Fortschritte ein. Erst kürzlich sicherte sich Nokia einen Auftrag als alleiniger Lieferant für optische Transportnetze bei einem Modernisierungsprojekt in Belgien. Trotzdem konnte keiner dieser Erfolge den Abwärtstrend seit dem Junihoch stoppen.
Die Aktie notiert aktuell 26,82 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 14,97 Euro, erreicht am 3. Juni 2026. Zum 50-Tage-Durchschnitt von 12,09 Euro fehlen 9,42 Prozent. Bemerkenswert ist der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt: Mit 7,58 Euro liegt dieser um 44,57 Prozent unter dem aktuellen Kurs — ein Beleg dafür, wie weit die Aktie im vergangenen Jahr gelaufen ist, selbst nach der jüngsten Korrektur.
Seit Jahresbeginn steht bei Nokia trotz allem ein Plus von 96,75 Prozent zu Buche. Auf Zwölfmonatssicht hat sich der Kurs sogar mehr als verdoppelt, ein Zuwachs von 152,42 Prozent. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 62,5 Milliarden Euro.
Der RSI-Wert von 44,8 auf 14-Tage-Basis deutet weder auf eine Überkaufung noch auf eine Überverkaufung hin. Die annualisierte Volatilität von 72,36 Prozent auf 30-Tage-Sicht signalisiert allerdings, dass kräftige Kursausschläge in beide Richtungen weiterhin wahrscheinlich bleiben.
Quartalszahlen als nächster Prüfstein
Am 23. Juli 2026 legt Nokia seine Zahlen zum zweiten Quartal vor. Investoren richten den Blick zunehmend auf diesen Termin. Er wird zeigen, ob sich Vertragserfolge wie der Smart-Communications-Test und weitere Cloud- sowie KI-Infrastruktur-Deals tatsächlich in Umsatzwachstum niederschlagen.
Bis dahin dürfte die Kursrichtung davon abhängen, ob neue Auftragsmeldungen die vorsichtige Grundstimmung am Markt ausgleichen können. Der scharfe Rückgang von den Rekordständen im Juni sitzt bei vielen Anlegern noch tief.
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