Nokia Aktie: FMR fällt unter 5 Prozent
Fidelity-Tochter FMR LLC sinkt unter Meldeschwelle bei Nokia. Analysten sehen Aktie nach Rally kritisch, operatives Geschäft bleibt stark.

Kurz zusammengefasst
- FMR LLC unterschreitet Meldeschwelle
- Aktie seit Jahreshoch stark gefallen
- LBBW stuft Nokia auf Verkaufen ab
- KI-Segment treibt operativen Gewinn
Starke Zahlen, aber eine schwächelnde Aktie. Bei Nokia klaffen operative Realität und Börsenstimmung derzeit weit auseinander. Nun sorgt der teilweise Rückzug eines wichtigen Großaktionärs aus dem Rampenlicht für neue Unsicherheit am Markt.
Unter dem Radar
Die Investmentgesellschaft FMR LLC hat eine regulatorische Meldeschwelle unterschritten. Die indirekten Stimmrechte des Fidelity-Ablegers bei Nokia fielen Ende Juni auf 4,92 Prozent. Der Anteil am Grundkapital blieb indes stabil bei 5,20 Prozent.
Das Aktienpaket hat einen Wert von rund 3,4 Milliarden Euro. Ein kompletter Ausstieg ist das Manöver also nicht. Die Folge: FMR muss künftige Käufe oder Verkäufe vorerst nicht mehr öffentlich melden. Der Fonds agiert nun unter dem Radar der Anleger.
Heiße Phase nach dem KI-Hype
Die Nachricht trifft auf einen ohnehin nervösen Markt. Nach einer rasanten Rally hat die Nokia-Aktie deutlich korrigiert. Seit dem Jahreshoch von knapp 15 Euro Anfang Juni verlor das Papier rund 29 Prozent. Gestern schloss der Titel bei 10,57 Euro.
Trotz des Rücksetzers steht seit Jahresbeginn ein sattes Kursplus von fast 90 Prozent auf der Anzeigetafel. Analysten bewerten das aktuelle Niveau jedoch zunehmend kritisch. Die Landesbank Baden-Württemberg stufte die Aktie kürzlich von „Halten“ auf „Verkaufen“ ab. Das neue Kursziel von 9,75 Euro liegt spürbar unter dem aktuellen Kurs.
Operatives Geschäft brummt
Das zugrundeliegende Geschäft liefert wenig Grund zur Sorge. Im ersten Quartal sprang der bereinigte operative Gewinn um 54 Prozent auf 281 Millionen Euro. Das lag spürbar über den Markterwartungen. Wichtigster Treiber ist das Segment der KI- und Cloud-Kunden.
Hier kletterten die Umsätze um knapp die Hälfte nach oben. Konzernchef Justin Hotard meldete allein im Startquartal Auftragseingänge in Milliardenhöhe aus diesem Bereich. Europa fehle es schlicht an Rechenzentren und Netzkapazitäten. Nokia investiert nun massiv, um diese strukturelle Lücke zu schließen.
Am 23. Juli stehen die Zahlen für das zweite Quartal an. Der RSI-Wert von aktuell 37,6 deutet an, dass die Aktie allmählich in den überverkauften Bereich rutscht. Bis zur Bilanzvorlage und der damit verbundenen Klarheit über die Auftragslage dürfte die hohe Schwankungsbreite des Papiers anhalten.
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