Nokia Aktie: JPMorgan hebt Ziel auf 21 Dollar
Nokia erhöht seine operative Prognose für 2026 dank starker KI- und Cloud-Aufträge. Mehrere Analysten heben daraufhin ihre Kursziele an.

Kurz zusammengefasst
- Prognoseanhebung dank KI-Aufträgen
- Mehrere Kurszielerhöhungen von Analysten
- Rückzug aus China mit Stellenabbau
- Aktie trotz positiver Nachrichten schwach
Nokia hat vergangene Woche seine Jahresprognose für 2026 erhöht und damit eine Serie von Kurszielanhebungen bei mehreren Analysehäusern ausgelöst. Der finnische Netzwerkausrüster erwartet nun ein operatives Ergebnis von 2,1 bis 2,6 Milliarden Euro für das Gesamtjahr, nachdem starke Auftragseingänge im Bereich KI und Cloud die bisherigen Erwartungen übertroffen hatten.
Kräftiger Auftragsschub treibt die Prognose
Grundlage der optimistischeren Einschätzung ist ein deutlicher Zuwachs bei KI- und Cloud-Aufträgen. Bank of America hatte bereits Mitte August auf ein Auftragsvolumen von 2,8 Milliarden Euro in diesem Bereich für das zweite Quartal verwiesen und daraufhin ihr Kursziel auf 18,50 Dollar angehoben, verbunden mit einer „Buy“-Einstufung.
Nur wenige Tage nach der Prognoseanhebung bekräftigte JPMorgan Chase seine „Overweight“-Position und ein Kursziel von 21 Dollar – das Institut argumentiert, der Markt unterschätze das KI- und Cloud-Umsatzpotenzial von Nokia für die Jahre 2027 und 2028 bislang deutlich.
Die Kursziel-Rally setzte sich fort: Am Freitag hob Morgan Stanley sein Ziel für die in Helsinki notierten Aktien von 8,50 auf 11,00 Euro an, JPMorgan zog mit einer Anhebung von 6,90 auf 12,00 Euro nach. Auch Argus stufte die US-notierten Nokia-Aktien von „Hold“ auf „Buy“ hoch und nannte ein Kursziel von 15,00 Dollar, mit Verweis auf die Dynamik im KI-gestützten Netzwerkgeschäft.
Bereits am 19. August hatte SEB Equities das Papier auf „Buy“ hochgestuft und ein Kursziel von 12,00 Euro ausgegeben, begründet mit der beschleunigten Nachfrage nach KI-nativer Infrastruktur.
China-Rückzug als Kehrseite der Wachstumsstrategie
Parallel zur positiven Nachrichtenlage im KI-Geschäft baut Nokia sein China-Geschäft weiter zurück. Das Unternehmen bestätigte am Mittwoch, rund 1.600 Stellen in Greater China zu streichen und die meisten lokalen Standorte bis Ende 2026 zu schließen. Damit reagiert der Konzern auf ein rückläufiges Regionalgeschäft und richtet Kapazitäten stärker auf wachstumsstarke Bereiche aus.
Technologisch untermauert Nokia seinen Anspruch mit mehreren Ankündigungen der vergangenen Tage: Anfang August brachte das Unternehmen gemeinsam mit Nvidia die nach eigenen Angaben erste kommerzielle AI-RAN-Plattform der Branche auf den Markt, die mit KI-nativer anyRAN-Software die spektrale Effizienz in 4G- und 5G-Netzen verbessern soll.
Zudem unterzeichnete Nokia einen mehrjährigen Exklusivvertrag mit Orange Belgium zur Modernisierung von dessen Transportnetz mittels der Plattform Nokia 1830 Photonic Service Switch.
Im Analystenbericht „Market Landscape: Core Vendors – 2026“ von Omdia führte Nokia zudem im mobilen Kernnetz-Portfolio bereits zum zweiten Mal in Folge alle sieben bewerteten Kategorien an, darunter KI/ML, Cloud-native Reife und Automatisierung.
Kursreaktion bleibt hinter der Nachrichtenlage zurück
Trotz der Prognoseanhebung und der Analysten-Euphorie zeigt sich der Aktienkurs zuletzt verhalten. Am Freitag schloss das Papier bei 8,80 Euro, ein Plus von 0,7 Prozent auf Tagessicht, doch auf Wochensicht steht ein Rückgang von 6,0 Prozent zu Buche. Damit notiert die Aktie derzeit rund 41 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 14,97 Euro, das Anfang Juni erreicht wurde. Auf Sicht von zwölf Monaten hat sich der Kurs dennoch mehr als verdoppelt.
Fünf leitende Manager von Nokia, darunter Victoria Hanrahan, Stephan Prosi, Louise Fisk, Raghav Sahgal und David Heard, erwarben am 13. August im Rahmen einer meldepflichtigen Transaktion gemeinsam 4.580 Aktien zu einem Kurs von 9,0910 Euro. Die nächsten Quartalszahlen legt Nokia am 22. Oktober vor – dann dürfte sich zeigen, ob sich die angehobene Guidance in konkreten Zahlen niederschlägt.
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