Nokia ist vielen Anlegern noch als Handy-Legende oder reiner 5G-Ausrüster bekannt, doch hinter den Kulissen vollzieht sich derzeit ein radikaler Wandel. Der finnische Konzern setzt Milliarden auf künstliche Intelligenz und hochsichere Verteidigungsnetzwerke, um der zyklischen Schwäche im Kerngeschäft zu entkommen. Während das Management die Weichen neu stellt, fragen sich Investoren: Gelingt mit dieser Neuausrichtung endlich der große Befreiungsschlag an der Börse?
Neue Allianz im Verteidigungssektor
Kurz vor dem Wochenende sorgte eine strategische Partnerschaft für Aufsehen: Nokia verbündet sich mit dem australischen Verschlüsselungsspezialisten Senetas. Ziel dieser Kooperation ist ein sehr spezifischer und lukrativer Markt: missionskritische Netzwerke für Verteidigungs- und Regierungsbehörden.
Im Kern geht es um die Integration von quantensicherer Verschlüsselungstechnologie in die Netzwerklösungen von Nokia. Dies ist eine direkte Antwort auf die wachsenden Cyber-Bedrohungen für nationale Sicherheitsinfrastrukturen. Durch das Angebot „souveräner“ Sicherheitsfunktionen positioniert sich Nokia, um gezielt mehr Verteidigungsaufträge zu gewinnen – insbesondere im asiatisch-pazifischen Raum und bei westlichen Verbündeten. Das Portfolio erweitert sich damit signifikant von reiner Konnektivität hin zu Sicherheitsinfrastruktur nach militärischen Standards.
Milliarden-Wette auf die USA
Gleichzeitig geht Nokia in den USA in die Offensive. Der Markt reagiert auf die Ankündigung massiver Investitionen: Vier Milliarden Dollar sollen in Forschung, Entwicklung und Fertigung vor Ort fließen.
Dieser enorme Kapitaleinsatz zielt darauf ab, „KI-bereite“ Netzwerke zu schaffen. Die Strategie umfasst:
* Ausbau der Forschungseinrichtungen für Konnektivität der nächsten Generation.
* Stärkung der heimischen US-Fertigungskapazitäten.
* Fokus auf KI-optimierte Rechenzentrumsvernetzung.
* Entwicklung spezialisierter Lösungen für die US-Bundesregierung.
Dieser Schritt bringt das Unternehmen näher an die US-Industriepolitik heran. Es ist ein cleverer Schachzug, um sich potenziell vor geopolitischen Handelsspannungen zu schützen und gleichzeitig Türen für staatlich finanzierte Infrastrukturprojekte zu öffnen.
Radikaler Umbau der Konzernstruktur
Diese Expansionsschritte erfolgen vor dem Hintergrund eines umfassenden Konzernumbaus. Um die Abläufe zu straffen, spaltet Nokia das Geschäft ab 2026 in zwei operative Segmente auf: Netzwerkinfrastruktur und Mobile Infrastruktur. Diese Trennung soll es Investoren ermöglichen, die wachstumsstarken Infrastruktur-Assets besser vom reiferen Mobilfunkgeschäft zu unterscheiden.
Auch am Kapitalmarkt räumt Nokia auf: Das Unternehmen bestätigte das Delisting seiner Aktien von der Euronext Paris zum 31. Dezember 2025. Diese Entscheidung dient der Kostensenkung und soll das Handelsvolumen auf die Börsen in Helsinki und New York konzentrieren.
Fazit
Die Aktie befindet sich in einer spannenden Übergangsphase. Der Schwenk hin zu hochsicherer Verteidigungstechnik und KI-getriebener Infrastruktur in den USA ist eine klare Strategie, um die zyklische Schwäche im traditionellen 5G-Markt auszugleichen. Mit einem Schlusskurs von 5,24 Euro am Freitag und einem Plus von knapp 21 Prozent seit Jahresanfang honorieren Anleger den Umbau bisher mit vorsichtigem Optimismus.
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