Nokia: CFRA auf Buy mit $16-Ziel
Sieben Investmenthäuser stufen Nokia hoch und bewerten den Konzern nun als KI-Infrastrukturwert. Der Aktienkurs erreicht ein 16-Jahres-Hoch.

Kurz zusammengefasst
- Sieben Analystenhäuser erhöhen Einstufung
- Kurszielverdopplungen bei JPMorgan und CFRA
- Operativer Gewinn steigt um 54 Prozent
- KI-Infrastruktur treibt Neubewertung an
Nokia hat eine Woche hinter sich, die den Kurs neu definiert. Sieben Investmenthäuser stuften die Aktie innerhalb weniger Tage herauf, viele mehr als verdoppelten ihre Kursziele — und der finnische Netzwerkausrüster wird seither nicht mehr als Telekomzulieferer bewertet, sondern als KI-Infrastrukturwert.
Am Freitag schloss die Aktie in Helsinki bei 10,95 Euro, ein Plus von 2,82 Prozent auf Tagesbasis. Auf Jahressicht hat sich der Kurs fast verdoppelt — ein Niveau, das zuletzt vor rund 16 Jahren erreicht wurde.
Die Upgrade-Welle im Detail
CFRA, JPMorgan, Morgan Stanley, Argus, Arete, Nordea und Northland schwenkten innerhalb einer Woche auf bullische Positionen. CFRA stufte Nokia auf „Buy“ hoch und hob das Kursziel auf 16 Dollar — eine Neubewertung, die Nokia explizit an optischen Netzwerk-Peers misst statt an klassischen Telekomwerten. JPMorgan verdoppelte sein Kursziel auf 12 Euro und behielt das „Overweight“-Rating. Morgan Stanley erhöhte das Ziel von 8,50 auf 11 Euro.
Einzig Barclays bleibt skeptisch: Die Bank hält an „Sell“ fest, hob das Kursziel aber immerhin von 5,20 auf 8 Euro.
Was die Zahlen tragen
Auslöser der Neubewertung waren die Quartalsergebnisse vom 23. April. Das vergleichbare operative Ergebnis sprang um 54 Prozent auf 281 Millionen Euro — deutlich über den Analystenerwartungen von rund 250 Millionen Euro.
Nokia hob daraufhin die Wachstumsprognose für das Netzwerkinfrastrukturgeschäft auf 12 bis 14 Prozent an. Optische Netze und IP-Netzwerke sollen 2026 gemeinsam um 18 bis 20 Prozent wachsen. Besonders auffällig: Nokia aktualisierte seine Marktprognose für KI- und Cloud-Infrastruktur auf ein jährliches Wachstum von 27 Prozent bis 2028 — vor fünf Monaten hatte das Unternehmen noch 16 Prozent angesetzt.
Hinzu kommt die Integration des Glasfaserspezialisten Infinera, die nach Unternehmensangaben schneller voranschreitet als geplant. Die Synergien sind bereits in den Quartalszahlen sichtbar, eine zweite Produktionsstätte in San Jose soll noch in diesem Jahr hochgefahren werden.
Risiken bleiben real
Der RSI liegt bei 72,8 — technisch überkauft. Das Leerverkaufsinteresse stieg im April um rund 24 Prozent auf etwa 68 Millionen Aktien. SEB Equities und Grupo Santander haben Nokia zuletzt herabgestuft und verweisen auf nachlassende Nachfrage im klassischen 5G-Ausrüstungsgeschäft.
Für das zweite Quartal erwartet Nokia einen sequenziellen Umsatzanstieg von 5 bis 9 Prozent. Die Q2-Zahlen werden im Juli 2026 veröffentlicht — dann zeigt sich, ob die neue Bewertung fundamental gedeckt ist oder ob der Markt der KI-Fantasie zu weit vorausgeeilt ist.
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