Nordex Aktie: 110-Megawatt-Auftrag von Eksim Enerji
Nordex-CEO drängt auf strengere EU-Regeln gegen chinesische Windkraftanbieter und sichert sich parallel einen Großauftrag in der Türkei.

Kurz zusammengefasst
- CEO fordert EU-weite Schutzmaßnahmen
- Großauftrag über 16 Turbinen in Türkei
- Aktie gibt nach Rallye leicht nach
- Marktanteil von 34 Prozent in Türkei
Nordex-Chef José Luis Blanco wählt den direkten Weg nach Brüssel. Der CEO fordert strengere EU-Regularien, um den Markteintritt chinesischer Windkraftanlagenbauer massiv zu erschweren. Während das Hamburger Unternehmen politisch auf Abschottung drängt, zementiert es operativ seine Vormachtstellung am Bosporus.
Ruf nach strengeren EU-Regeln
Bislang greifen die europäischen Schutzinstrumente gegen staatlich subventionierte Anbieter nur bei öffentlich geförderten Projekten. Blanco reicht das nicht. Er verlangt eine Ausweitung der Blockademöglichkeiten auf den gesamten europäischen Windenergiesektor.
Rückendeckung erhält der Nordex-Chef von Acciona-CEO José Manuel Entrecanales. Er warnt ausdrücklich vor einer technologischen Abhängigkeit bei kritischen Infrastrukturen. Die heimische Industrie soll gezielt vor dem aggressiven Preisdruck aus Fernost geschützt werden.
Großauftrag sichert Marktführerschaft
Parallel zur politischen Debatte liefert Nordex handfeste operative Neuigkeiten. Der langjährige Partner Eksim Enerji bestellt 16 Turbinen für einen neuen Windpark in der Türkei. Das Projekt umfasst eine Gesamtleistung von 110 Megawatt.
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Die Anlagen werden in einer speziellen Kaltklima-Version geliefert, um den extremen Höhenbedingungen am Standort standzuhalten. Ein zehnjähriger Wartungsvertrag flankiert den Deal. Nordex untermauert damit seine regionale Dominanz und verteidigt einen Marktanteil von rund 34 Prozent in der Republik.
Konsolidierung nach Kursrally
An der Börse zeigt sich die Nordex-Aktie nach einem starken Lauf zuletzt etwas schwächer. Das Papier notiert aktuell bei 42,32 Euro und verzeichnet damit auf Monatssicht einen Rückgang von gut elf Prozent. Langfristig orientierte Investoren blicken indes auf ein sattes Jahresplus von über 140 Prozent.
Die Kombination aus robuster Auftragslage in den Kernmärkten und politischem Lobbying stabilisiert das Marktsentiment. Setzt Brüssel die geforderten Wettbewerbsbeschränkungen gegen nicht-westliche Anbieter um, dürfte dies die Margenperspektive der europäischen Hersteller spürbar entlasten. Bis dahin stützt der hohe Auftragsbestand das operative Fundament.
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