Nordex Aktie: 1,6 Gigawatt Aufträge im Quartal
Nordex verzeichnet starke Auftragseingänge, während Analysten uneins über die Aktienbewertung sind. Der Halbjahresbericht Ende Juli könnte Klarheit bringen.

Kurz zusammengefasst
- Aufträge über 1,6 Gigawatt im zweiten Quartal
- Großprojekte in USA und Deutschland
- Analystenmeinungen: Kaufen bis Underperform
- Aktie 53 Prozent im Plus seit Jahresbeginn
Der Windturbinenhersteller Nordex steuert auf die Quartalszahlen Ende Juli zu. Das operative Geschäft brummt — allein im zweiten Quartal kamen Aufträge über 1,6 Gigawatt zusammen, mehr als im starken ersten Quartal. Doch die Aktie gibt seit ihrem 52-Wochen-Hoch bei 51,10 Euro (April) nach. Am Freitag schloss sie bei 45,98 Euro, ein Minus von 1,12 Prozent.
Großaufträge aus den USA und Deutschland
Mehrere Projekte heben sich ab. In den USA orderte ein Kunde 55 Anlagen vom Typ N163/5.X mit einer Gesamtleistung von 325 Megawatt. In Deutschland sicherte sich Nordex einen Auftrag über 197 Megawatt von ENOVA und BMR energy solutions — inklusive 20-jähriger Serviceverträge.
Parallel dazu baut der Konzern für das Continental-Reifenwerk in Korbach einen 20-Megawatt-Windpark. Der Trend zur industriellen Direktversorgung mit Eigenstrom gewinnt an Fahrt.
Analysten uneins: Kaufempfehlung vs. Underperform
Die Deutsche Bank hob ihr Kursziel von 59 auf 61 Euro an und bleibt bei „Kaufen“. Die Analysten erwarten positive Überraschungen beim Auftragseingang und beim bereinigten operativen Ergebnis. Ihre These: Die starken Zahlen könnten dem Management Spielraum für eine Anhebung der Jahresziele geben.
Auch Jefferies zeigte sich optimistisch und erhöhte das Kursziel am 3. Juli von 57 auf 58 Euro. Die Einstufung blieb auf „Buy“.
Ganz anders RBC Capital Markets. Die kanadische Bank senkte ihr Kursziel im Juni von 38 auf 35 Euro — bei „Underperform“. Die Begründung: Nach der massiven Rallye der vergangenen Monate sei die Bewertung bereits zu hoch.
Markttechnik neutral, langer Trend intakt
Der 14-Tage-RSI liegt bei 56,6 Punkten — eine neutrale Zone. Die Aktie notiert rund zehn Prozent unter ihrem Jahreshoch. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt (35,74 Euro) beträgt aber immer noch knapp 29 Prozent. Der langfristige Aufwärtstrend bleibt intakt.
Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 53 Prozent zu Buche. Auf Zwölfmonatssicht hat sich der Kurs mehr als verdoppelt: plus 150 Prozent.
Der Halbjahresbericht Ende Juli wird zeigen, ob die operative Dynamik ausreicht, um die gespaltene Analystenzunft zu überzeugen. Ein Ausblick auf die Jahresziele könnte der entscheidende Impuls sein.
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