Nordex Aktie: 3,054 Gigawatt im Q2

Nordex verzeichnet starkes Bestellwachstum, leidet aber unter Branchenschwäche. Analysten sehen Kurspotenzial, der Halbjahresbericht rückt in den Fokus.

Redaktion Stock-World ·
Moderne Windkraftanlagen in einer weiten Landschaft bei Sonnenuntergang als Symbol für erneuerbare Energien. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Auftragseingang steigt um 32 Prozent
  • Großauftrag über 100 Windturbinen aus Deutschland
  • Aktie unter Druck durch Siemens Energy und GE Vernova
  • Analysten bestätigen Halteempfehlung mit Kursziel 44 Euro

Der Windturbinenhersteller Nordex meldet für das zweite Quartal 2026 einen kräftigen Anstieg bei den Bestellungen, während die Aktie zugleich unter Verkaufsdruck aus der gesamten Branche leidet. Zwei gegenläufige Entwicklungen prägen damit derzeit das Bild des Unternehmens aus Hamburg.

Auftragseingang wächst deutlich

Nordex gab am 9. Juli einen Auftragseingang von 3,054 Gigawatt im Projektgeschäft für das zweite Quartal bekannt – ein Plus von 32,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Für das erste Halbjahr summiert sich das Volumen damit auf 4,923 Gigawatt. Das Preisniveau blieb im Quartal mit 0,97 Millionen Euro pro Megawatt stabil, was auf eine anhaltend gesunde Marge im Neugeschäft hindeutet.

Ergänzt wurde die positive Nachrichtenlage durch einen konkreten Großauftrag: Der Projektentwickler UKA (Umweltgerechte Kraftanlagen GmbH) bestellte am 7. Juli laut Meldung der Nachrichtenagentur dpa-afx 100 Windturbinen der Typen N175/6.X und N163/6.X mit einer Gesamtleistung von rund 700 Megawatt für mehrere Projekte in Deutschland. Ein Auftrag dieser Größenordnung unterstreicht die Nachfrage nach Nordex-Technologie im heimischen Markt.

Sektorweite Belastung überschattet operative Stärke

Trotz der soliden Geschäftszahlen geriet die Nordex-Aktie zuletzt unter Druck – ausgelöst nicht durch unternehmenseigene Probleme, sondern durch Entwicklungen bei Wettbewerbern. Medienberichten zufolge belasteten Berichte über Produktionsrisiken und Ergebnisunsicherheiten bei Siemens Energy den gesamten Windkraftsektor und damit auch Nordex. Kurz darauf sorgte ausgerechnet eine positive Meldung für weiteren Gegenwind: GE Vernova veröffentlichte einen Quartalsbericht mit angehobener Umsatzprognose, was Anleger im gesamten Sektor zu Gewinnmitnahmen veranlasste.

Diese Gemengelage zeigt sich auch im aktuellen Kursbild. Zum Handelsschluss am Freitag notierte die Nordex-Aktie bei 39,98 Euro und gab damit um 0,65 Prozent nach. Damit liegt das Papier inzwischen 21,76 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch, das die Aktie Ende April markiert hatte. Der Rücksetzer relativiert sich allerdings im längerfristigen Kontext: Auf Jahressicht steht bei Nordex noch immer ein Kursplus von 95,60 Prozent zu Buche.

Analysteneinschätzung und Blick nach vorn

Am 17. Juli bestätigte Analyst Leon Mühlenbruch von mwb research seine Einstufung „Halten“ für Nordex mit einem Kursziel von 44,00 Euro. Die Einschätzung fiel damit trotz der starken Auftragslage verhalten aus – ein Hinweis darauf, dass die operative Dynamik am Markt bereits weitgehend eingepreist scheint.

Für Anleger rückt nun der 29. Juli in den Fokus: Dann veröffentlicht Nordex den Halbjahresfinanzbericht zum zweiten Quartal 2026 und lädt zur begleitenden Telefonkonferenz ein. Die Zahlen dürften zeigen, ob sich der kräftige Auftragszuwachs auch in der Profitabilität niederschlägt und wie belastbar die Preisdisziplin bei anhaltend hoher Nachfrage bleibt. Bis dahin bleibt die Aktie zwischen sektorbedingten Schwankungen und einer soliden operativen Ausgangslage gefangen – ein Spannungsfeld, das sich erst mit den kommenden Geschäftszahlen auflösen dürfte.

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Nordex Aktie

40,30 EUR

+ 1,32 EUR +3,39 %
KGV 22,93
KUV 1,15
Sektor Industrieunternehmen
Div.-Rendite
Marktkapitalisierung 10,47 Mrd. EUR
Ø Kursziel 48,91 EUR
ISIN: DE000A0D6554 WKN: A0D655

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