Nordex Aktie: 700-Megawatt-Deal mit Verbund
Nordex und Verbund vereinbaren Lieferung von bis zu 105 Windturbinen. Der Rahmenvertrag umfasst 700 Megawatt und läuft bis 2030.

Kurz zusammengefasst
- Rahmenvertrag über 700 Megawatt
- Lieferung von bis zu 105 Turbinen
- Sechs europäische Kernmärkte abgedeckt
- Aktie reagiert mit leichtem Plus
Der Windturbinenhersteller Nordex hat einen der größten Rahmenverträge seiner jüngeren Geschichte an Land gezogen. Mit dem österreichischen Energiekonzern Verbund vereinbarte das Unternehmen die mögliche Lieferung von bis zu 105 Windturbinen – mit einer Gesamtkapazität von 700 Megawatt.
Der Vertrag läuft bis 2030 und deckt sechs europäische Kernmärkte ab: Österreich, Deutschland, Spanien, Italien, Rumänien und Albanien. Für Verbund Green Power, die internationale Tochter des Verbund-Konzerns, ist das ein strategischer Schritt. Die 700 MW könnten rund die Hälfte ihrer Windprojekt-Pipeline abdecken – vorausgesetzt, alle Genehmigungen und finalen Vereinbarungen kommen zustande.
Windpark Lavamünd als zweiter Trumpf
Erst im September 2025 hatte Nordex einen separaten Auftrag aus Österreich erhalten. Die KELAG Kärntner Elektrizitäts AG bestellte sieben Anlagen des Typs N163/6.X für den 47,6-MW-Windpark Lavamünd. Dazu kommt ein Premium-Servicevertrag über 25 Jahre. Der Baustart ist für Ende 2025 geplant, die Inbetriebnahme für 2027.
Die Nordex-Aktie notiert am Montag bei 40,46 Euro – ein Plus von 1,05 Prozent zum Freitagsschluss. Auf Jahressicht liegt der Kurs 34,6 Prozent im Plus, auf zwölf Monate sogar 127,9 Prozent. Allerdings: Seit dem 52-Wochen-Hoch von 51,10 Euro Ende April 2026 fehlen rund 21 Prozent. Der RSI von 44 signalisiert zudem leichte Abkühlung.
Rückenwind aus der Energiepolitik
Der Deal kommt in einem günstigen Marktumfeld. In der EU lieferten Wind und Sonne 2025 erstmals mehr Strom als alle fossilen Energieträger zusammen – 30,1 Prozent versus 29 Prozent. In den USA überholte die Solarenergie im Mai 2026 die Kohle. Der Photovoltaik-Anteil am US-Strommix erreichte 12,8 Prozent, Kohle fiel auf 12,2 Prozent.
Treiber dieser Entwicklung sind sinkende Kosten für erneuerbare Anlagen und der rasante Ausbau neuer Kapazitäten. Die steigende Stromnachfrage durch energieintensive Anwendungen wie Künstliche Intelligenz dürfte den Bedarf zusätzlich erhöhen. Für Nordex bedeutet das: einen wachsenden Absatzmarkt für Windkraftanlagen in den kommenden Jahren.
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