Nordex Aktie: Barclays hebt Kursziel auf 35 Euro
Nordex überzeugt mit höherem EBITDA und Auftragseingang, doch RBC bleibt skeptisch. Barclays hob das Kursziel deutlich an.

Kurz zusammengefasst
- RBC senkt Nordex-Kursziel leicht
- Barclays hebt Zielmarke deutlich
- Zweites Quartal mit höherem EBITDA
- Vorstand kauft erneut Nordex-Aktien
Zwei Analysehäuser, zwei fast entgegengesetzte Signale: RBC Capital Markets senkte am 20. August das Kursziel für Nordex von 38 auf 36 Euro und beließ die Einstufung bei „Underperform“. Nur einen Tag später hob Barclays Capital sein Kursziel drastisch von 15,80 auf 35 Euro an, bestätigte aber die neutrale Einstufung „Equal-Weight“. Die Spannbreite zeigt, wie unterschiedlich der Windturbinenhersteller derzeit eingeschätzt wird.
Der Kurs notiert aktuell bei 38,04 Euro und gibt am heutigen Montag um 1,2 Prozent nach. Damit liegt die Aktie 6,7 Prozent unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 40,77 Euro – ein Zeichen dafür, dass sich der jüngste Rücksetzer fortsetzt. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 31 Prozent zu Buche, das die Aktie über weite Strecken des Jahres aufgebaut hat.
Geschäftszahlen liefern Rückenwind
Die massive Aufwertung durch Barclays fällt nicht ohne Grund in die Zeit nach den Quartalszahlen von Ende Juli. Nordex hatte für das zweite Quartal ein EBITDA von 224 Millionen Euro gemeldet – mehr als eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahreswert.
Die EBITDA-Marge nach dem ersten Halbjahr lag bei 9,4 Prozent. Der Auftragseingang im Projektgeschäft kletterte im zweiten Quartal auf 3.054 Megawatt, ein Plus von 32,2 Prozent gegenüber den 2.310 Megawatt des Vorjahresquartals.
Das Management bestätigte gleichzeitig die Jahresprognose 2026: Der Umsatz soll zwischen 8,2 und 9,0 Milliarden Euro liegen, die EBITDA-Marge zwischen 8 und 11 Prozent. Diese operative Stabilität dürfte Barclays‘ Neubewertung getragen haben, während RBC trotz der soliden Zahlen skeptisch bleibt und das Kursziel leicht kappte.
Auftragslage bleibt lebhaft
Auch operativ zeigte sich Nordex zuletzt aktiv. Vor gut drei Wochen erhielt der Konzern Aufträge aus den USA über mehr als 480 Megawatt Gesamtkapazität, verteilt auf drei Bestellungen mit insgesamt 81 Turbinen des Typs N163/5.X. Kurz darauf kam ein Auftrag der EFG Energy Farming Gruppe über 82 Megawatt für Bürgerwindprojekte in Niedersachsen hinzu, konkret für die Standorte Erlte-Endel und Bad Essen.
Seit Bekanntwerden dieser Aufträge hat die Aktie allerdings rund 4,5 Prozent verloren – ein Hinweis darauf, dass die Neuigkeiten den Kurs zuletzt nicht mehr treiben konnten.
Zusätzliches Vertrauenssignal kam aus dem eigenen Haus: Vorstandsmitglied Ilya Hartmann kaufte vor rund zwei Wochen erneut Aktien, diesmal zweimal je 2.806 Stück zu Kursen von 40,97 und 40,98 Euro, insgesamt knapp 230.000 Euro. Seither hat das Papier rund 2,7 Prozent nachgegeben.
Wettbewerb zieht mit an
Der dänische Konkurrent Vestas Wind Systems hob nach starken eigenen Quartalszahlen Mitte August seine Jahresziele an – ein Signal, dass die Branche insgesamt von robuster Nachfrage profitiert. Für Nordex-Anleger bleibt die Aktie damit ein Fall geteilter Meinungen: solide operative Entwicklung und wachsender Auftragsbestand auf der einen Seite, vorsichtige bis skeptische Analystenstimmen auf der anderen.
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