Nach einer spektakulären Rally von über 160 Prozent binnen Jahresfrist erreicht die Nordex-Aktie einen Wendepunkt: Bernstein Research nimmt die Coverage auf – allerdings nur mit neutralem Rating. Die Botschaft ist klar: Die fundamentale Transformation des Windkraftanlagenbauers ist beeindruckend, doch der Kurs hat bereits viel vorweggenommen.
Analysten sehen Bewertung ausgereizt
Das US-Analysehaus Bernstein Research startet am 6. März mit dem Rating „Market-Perform“ in die Beobachtung der Nordex-Aktie. Die neutrale Einstufung überrascht auf den ersten Blick, denn die operativen Zahlen des vierten Quartals waren stark: Der Umsatz kletterte auf 2,54 Milliarden Euro, das EBITDA mehr als verdreifachte sich auf 307 Millionen Euro bei einer Marge von 12,1 Prozent.
Doch genau hier liegt das Dilemma: Die massive Kurserholung seit Jahresbeginn – ein Plus von knapp 43 Prozent – hat diese Erfolge bereits eingepreist. Bei einer Marktkapitalisierung von 9,76 Milliarden Euro bleibt wenig Luft nach oben, so die Einschätzung der Analysten.
Historischer Wandel vollzogen
Das Geschäftsjahr 2025 markiert tatsächlich eine Zäsur. Nordex steigerte den Konzernumsatz auf 7,6 Milliarden Euro und hob die EBITDA-Marge von 5,8 auf 8,4 Prozent. Besonders bemerkenswert: Das EBIT vervierfachte sich nahezu auf 450 Millionen Euro, der Jahresüberschuss sprang von mageren 9 auf 274 Millionen Euro.
Der Auftragsbestand schwoll auf 16,1 Milliarden Euro an – ein komfortables Polster für die kommenden Jahre. Die Netto-Cash-Position verdoppelte sich auf 1,6 Milliarden Euro. Nach über 30 Jahren Börsengeschichte ohne jegliche Ausschüttung kündigt der Vorstand nun eine Kehrtwende an: Ab 2027 sollen mindestens 50 Millionen Euro jährlich an die Aktionäre fließen, wahlweise als Dividende oder über Aktienrückkäufe.
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Premium-Auftrag mit Langfristperspektive
Parallel zum Analystenstart sicherte sich Nordex einen 56-Megawatt-Auftrag von Qualitas Energy Deutschland. Acht Turbinen für den hessischen Windpark „Wippershainer Höhe“ sollen Ende 2027 in Betrieb gehen. Entscheidender als das Projektvolumen ist jedoch der beigelegte 20-Jahres-Servicevertrag. Dieses margenstarke Wartungsgeschäft garantiert planbare Einnahmen und reduziert die Abhängigkeit vom volatilen Projektgeschäft.
Die neue Delta4000-Plattform soll diesen Servicebereich weiter stärken. Das Management hebt das mittelfristige EBITDA-Margenziel von 8 auf bis zu 12 Prozent an – ein ambitionierter Plan, der auf Volumenwachstum in Europa und Service-EBIT-Margen von über 20 Prozent setzt.
Der Lackmustest kommt im April
Für 2026 peilt Nordex einen Umsatz zwischen 8,2 und 9,0 Milliarden Euro an, bei einer EBITDA-Marge von 8 bis 11 Prozent. Am 27. April folgt der erste Quartalsbericht des laufenden Jahres. Dieser wird zeigen müssen, ob die operative Stärke anhält und die erhöhten Margenziele realistisch sind. Bis dahin dürfte die Aktie im Spannungsfeld zwischen fundamentaler Transformation und bereits eingepreister Bewertung verharren.
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