Nordex Aktie: Gewinn verdreifacht
Nordex übertrifft mit verdreifachtem Gewinn und zweistelliger EBITDA-Marge die Markterwartungen deutlich.

Kurz zusammengefasst
- Konzernüberschuss auf 111 Millionen Euro gestiegen
- EBITDA-Marge erreicht zweistellige 10,3 Prozent
- Auftragseingang im Projektgeschäft um 32 Prozent zugelegt
- Jahresprognose für Umsatz und Marge bestätigt
Ein Windturbinenhersteller, der plötzlich deutlich profitabler wirtschaftet als noch vor einem Jahr — das ist keine Kleinigkeit. Nordex hat im zweiten Quartal 2026 Zahlen vorgelegt, die selbst die eigenen Analysten überrascht haben. Der Konzernüberschuss verdreifachte sich auf 111 Millionen Euro, nach 31 Millionen Euro im Vorjahresquartal.
Marge springt zweistellig
Das operative Ergebnis (EBITDA) mehr als verdoppelte sich auf 224 Millionen Euro, verglichen mit 108 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Bei einem Umsatzplus von 16,3 Prozent auf 2,18 Milliarden Euro ergibt sich daraus eine EBITDA-Marge von 10,3 Prozent — im Vorjahr lag sie noch bei 5,8 Prozent. Der Markt hatte mit deutlich weniger gerechnet: Der Analystenkonsens sah nur 189 Millionen Euro EBITDA und eine Marge von 9,1 Prozent vor.
Auch beim Umsatz übertraf das Hamburger Unternehmen die Erwartungen von rund 2,09 Milliarden Euro. Der freie Cashflow fiel mit 165 Millionen Euro positiv aus, getragen von der starken operativen Entwicklung.
Auftragsbücher füllen sich weiter
Der Rückenwind kommt nicht nur aus der Marge, sondern auch aus dem Neugeschäft. Der Auftragseingang im Projektsegment stieg um 32 Prozent auf gut 3 Gigawatt, der zugehörige Auftragswert kletterte auf 3,0 Milliarden Euro. Zum Ende des ersten Halbjahrs summierte sich der gesamte Auftragsbestand auf 18,4 Milliarden Euro — davon 11,6 Milliarden Euro im Projektgeschäft und 6,8 Milliarden Euro im Servicebereich.
Die Nachfrage verteilte sich auf zehn verschiedene Länder und unterschiedliche Turbinenvarianten. Der durchschnittliche Verkaufspreis pro Megawatt blieb mit 0,97 Millionen Euro stabil — ein Hinweis darauf, dass das Wachstum nicht über Preiszugeständnisse erkauft wurde. Bei den Installationen lief es dagegen etwas verhaltener: Nordex errichtete 211 Windenergieanlagen mit 1.168 Megawatt Leistung, weniger als im Vorjahresquartal. Als Gründe nannte das Unternehmen den regionalen Mix, rotorblattbedingte Verzögerungen in der Türkei sowie verschobene Projekttermine.
Prognose bleibt unverändert
Vorstandschef José Luis Blanco bestätigte die Jahresprognose: Für 2026 erwartet Nordex weiterhin einen Umsatz zwischen 8,2 und 9,0 Milliarden Euro sowie eine EBITDA-Marge von 8 bis 11 Prozent. Mittelfristig peilt das Unternehmen 10 bis 12 Prozent Marge an — nach 9,4 Prozent im ersten Halbjahr 2026 liegt dieses Ziel nicht mehr in weiter Ferne.
Die Nettoliquidität kletterte zum Ende des Quartals auf 1,673 Milliarden Euro, gestützt durch das starke operative Geschäft. Für die zweite Jahreshälfte kündigte Blanco an, den Fokus auf die konsequente Umsetzung der Projekte und weitere Fortschritte bei der Profitabilität zu legen.
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