Nordex Aktie: Mengenplus bei sinkendem Preis
Der Auftragseingang legte im dritten Quartal um 29,5 Prozent zu; der Erlös je Megawatt sank leicht auf 0,90 Millionen Euro.

Kurz zusammengefasst
- 2.810 Megawatt an Projektaufträgen verbucht
- Türkei größter Einzelmarkt mit über 900 Megawatt
- Durchschnittspreis je Megawatt leicht gesunken
- Aktie vorbörslich um vier Prozent gestiegen
Nordex hat im dritten Quartal deutlich mehr Windkraftanlagen verkauft als vor einem Jahr, dabei aber etwas weniger je Megawatt erlöst. Der Markt stört sich daran offenbar nicht: Die Aktie zog vorbörslich an und erholt sich vom tiefsten Stand seit Ende Februar.
Aufträge wachsen um knapp 30 Prozent
Der Auftragseingang im Projektgeschäft, also ohne Service, stieg im Zeitraum Juli bis September um 29,5 Prozent auf 2.810 Megawatt. Kunden bestellten 427 Anlagen für Projekte in zehn Ländern. Nach neun Monaten summiert sich das Volumen auf 7.733 Megawatt, ein Plus von 16,1 Prozent.
Auffällig ist die Verteilung. Die Türkei war mit mehr als 900 Megawatt der größte Einzelmarkt, dahinter folgten Deutschland und die USA. Dort verbuchte Nordex seit Jahresbeginn bereits Bestellungen von mehr als 1,3 Gigawatt.
Der Preis gibt leicht nach
Der durchschnittliche Verkaufspreis lag bei 0,90 Millionen Euro je Megawatt, nach 0,93 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Das Unternehmen führt den Rückgang vor allem auf Projektumfang und regionalen Mix zurück. Das Preisumfeld sei weiterhin stabil.
Ein Händler hält den Anstieg des Ordereingangs für enorm, auch wenn frühere Hinweise des Unternehmens eine solche Entwicklung bereits erahnen ließen. Die Mengenausweitung sollte die niedrigeren Preise seiner Einschätzung nach mehr als ausgleichen.
Konzernchef José Luis Blanco betont den internationalen Charakter der Aufträge: „Unser Auftragseingang wird zunehmend internationaler, und das dritte Quartal bestätigt diese Entwicklung.“ Er erwartet, dass der internationale Anteil weiter wächst, sobald die Pipeline in den kommenden Quartalen in Bestellungen mündet. Europa und Deutschland bleiben nach seinen Worten dennoch stark.
Aktie erholt sich vom Tief
Im vorbörslichen Handel auf Tradegate legten die Papiere um 4 Prozent auf 36,85 Euro zu. Bereits am Freitag hatten sie drei Prozent gewonnen, nachdem sie in der Vorwoche auf den tiefsten Stand seit Ende Februar gefallen waren.
Rechnerisch entspricht das Bestellvolumen der ersten neun Monate einem Projektwert von rund 7,2 Milliarden Euro, ohne Service. Die nächste Gelegenheit, diese Aufträge in Zahlen zu sehen, kommt am 5. November: Dann legt Nordex seinen Zahlenbericht vor.
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