Nordex Aktie: Ribera besucht Hamburger Zentrale
Nordex erhält Aufträge über 192 Megawatt und empfängt EU-Vizepräsidentin. Der Aktienkurs fällt trotz operativer Stärke um 14 Prozent.

Kurz zusammengefasst
- 82-MW-Auftrag aus Nordrhein-Westfalen
- 110-MW-Großauftrag aus der Türkei
- EU-Vizepräsidentin besucht Nordex-Zentrale
- Aktie verliert 14 Prozent seit Mai-Hoch
Windturbinen für Nordrhein-Westfalen, ein Großauftrag aus der Türkei und ein Besuch aus Brüssel auf höchster Ebene — Nordex liefert gerade auf vielen Fronten. Der Kurs hinkt dem operativen Tempo allerdings hinterher.
Neue Aufträge im Heimatmarkt und darüber hinaus
Die Nordex Group sicherte sich einen Auftrag über 82 Megawatt von der Westfälisch-Niedersächsischen Energie GmbH. Zwölf Turbinen des Typs N175/6.X sollen in drei Projekten im Kreis Höxter gebaut werden — auf Nabenhöhen von 179 Metern. Baubeginn ist Mitte 2027, inklusive 20-jähriger Serviceverträge.
Es ist nicht der erste Auftrag dieser Kundin. Im März lieferte Nordex bereits drei Turbinen an WNE, damals erstmals mit einer Nabenhöhe von 199 Metern.
Parallel dazu kommt ein 110-Megawatt-Auftrag aus der Türkei. Eksim Enerji bestellt 16 Turbinen desselben Typs für den Windpark Balıkesir-3.
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Besuch aus Brüssel sendet Signal
Am 20. Mai besuchte Teresa Ribera, Exekutiv-Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, die Hamburger Zentrale von Nordex. Das ist ungewöhnlich. Ribera traf sich mit CEO José Luis Blanco und CFO Dr. Ilya Hartmann, um die Rolle der Onshore-Windenergie für Europas Energiesicherheit zu diskutieren. Die EU behandelt diese Technologie zunehmend als strategische Priorität — und Nordex als einen ihrer wichtigsten Akteure.
Starke Zahlen, schwacher Kurs
Operativ läuft es rund. Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz um 11 Prozent auf 1,59 Milliarden Euro. Das EBITDA kletterte um 64 Prozent auf 131 Millionen Euro, die Marge verbesserte sich von 5,5 auf 8,2 Prozent. Für das Gesamtjahr erwartet das Management einen Umsatz zwischen 8,2 und 9 Milliarden Euro sowie eine EBITA-Marge von 8 bis 11 Prozent.
Der Kurs erzählt eine andere Geschichte. Seit dem 52-Wochen-Hoch von 49,42 Euro Anfang Mai hat die Aktie rund 14 Prozent verloren. Gestern schloss sie bei 42,36 Euro — rund 7 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt. Auf Jahressicht liegt das Plus bei knapp 41 Prozent, über zwölf Monate sogar bei über 140 Prozent. Die Basis ist also stark, die jüngste Schwäche aber real.
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