Ein kräftiger Auftragsschub und ein großer Rahmenvertrag mit VERBUND geben Nordex neuen Rückenwind. Der Turbinenhersteller baut seine Marktposition in Europa aus und untermauert zugleich den starken Kursanstieg der vergangenen Monate. Wie belastbar ist dieser Aufschwung?
Großauftrag mit VERBUND als strategischer Meilenstein
Nordex hat mit VERBUND Green Power einen mehrjährigen Rahmenvertrag über bis zu 700 Megawatt Turbinenkapazität unterzeichnet. Die Vereinbarung, am 19. Januar 2026 bekanntgegeben, läuft bis 2030 und umfasst:
- Bis zu 700 MW Onshore-Turbinenleistung
- Maximal 105 Anlagen der 7-MW-Klasse
- Projekte in Österreich, Deutschland, Spanien, Italien, Rumänien und Albanien
- Abdeckung von rund 50 % der geplanten Windprojekt-Pipeline von VERBUND Green Power
Unterzeichnet wurde der Vertrag am 16. Januar in Madrid von Nordex-CEO José Luis Blanco und VERBUND-Green-Power-Geschäftsführer Dietmar Reiner. Bereits Ende 2025 erhielt Nordex einen ersten Auftrag aus dieser Partnerschaft: neun N175/6.X-Turbinen für ein Projekt in Rumänien, einem neuen Markt im gemeinsamen Ausbaupfad.
Der Rahmenvertrag sichert Nordex über mehrere Jahre hinaus eine gut gefüllte Projektpipeline in sechs europäischen Ländern – ein klarer Pluspunkt für Planbarkeit und Auslastung.
Rekordjahr beim Auftragseingang
Parallel zum neuen Rahmenvertrag meldete Nordex einen historischen Auftragseingang für 2025. Das bestellte Volumen summierte sich auf 10.214 Megawatt, ein Zuwachs von 22,5 % gegenüber dem bisherigen Rekordjahr mit 8.336 MW.
Besonders stark fiel das vierte Quartal 2025 aus:
- 3.552 MW Auftragseingang in Q4
- 577 Windturbinen in 12 Ländern
Wichtige Impulse kamen aus Deutschland, Kanada und Frankreich. Zum Jahresende sammelte Nordex zusätzlich Aufträge über:
- 414 MW für 15 Projekte in Frankreich, Belgien und Portugal
- 246 MW in Spanien
- 224 MW für UKA-Projekte in Deutschland
Preise stabil, Margenpotenzial gesichert
Trotz des starken Volumenanstiegs blieb der durchschnittliche Verkaufspreis stabil. Der ASP (Average Selling Price) lag 2025 bei 0,91 Mio. Euro pro Megawatt und damit leicht über dem Vorjahreswert von 0,90 Mio. Euro/MW.
Das signalisiert: Nordex musste für das Wachstum keine nennenswerten Preiszugeständnisse machen – ein wichtiger Punkt für die Margenentwicklung in einem traditionell hart umkämpften Markt.
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Marktführerschaft in Deutschland gefestigt
In Deutschland behauptete Nordex 2025 seine Rolle als größter Anbieter im Onshore-Segment. Mit 285 installierten Turbinen und rund 1.647 MW neu ans Netz angeschlossener Leistung erreichte der Hersteller einen Marktanteil von über 31 %.
Damit steht Nordex zum zweiten Jahr in Folge an der Spitze des deutschen Marktstammdatenregisters. Der heimische Markt selbst zeigte sich ebenfalls robust: Insgesamt wurden 2025 in Deutschland 5.232,5 MW Onshore-Leistung installiert, das zweitbeste Jahr für den Ausbau.
Die starke Position im Kernmarkt Deutschland wirkt als Referenz für andere Länder und stärkt die Verhandlungsbasis bei internationalen Projekten.
Aktienkurs: Rally mit Fundament
Die Aktie hat diesen operativen Rückenwind bereits deutlich eingepreist. 2025 war der Titel der stärkste Wert unter den Windkraftaktien und legte um rund 160 % zu – deutlich mehr als der dänische Wettbewerber Vestas.
Auch 2026 hält der positive Trend an. Gestern schloss die Aktie bei 32,08 Euro. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Plus von über 160 %, während der Kurs nur gut 3 % unter dem 52-Wochen-Hoch von 33,32 Euro notiert. Damit liegt der Titel rund 40 % über seinem 200-Tage-Durchschnitt – ein Zeichen klarer Aufwärtsdynamik, aber auch eines bereits ambitionierten Niveaus.
Wichtige technische Kennzahlen im Überblick:
- Schlusskurs gestern: 32,08 Euro
- 52-Wochen-Hoch: 33,32 Euro (Abstand: -3,72 %)
- 52-Wochen-Tief: 10,90 Euro (Abstand: +194,31 %)
- 200-Tage-Durchschnitt: 22,91 Euro (Abstand: +40,02 %)
Operative Basis für den Kursanstieg
Die jüngste Neubewertung am Markt wird von Fundamentaldaten gestützt. Für 2024 meldete Nordex:
- Konzernumsatz von rund 7,3 Mrd. Euro
- Über 10.400 Mitarbeiter
- Weltweit installierte Gesamtkapazität von rund 57 GW
Strategisch konzentriert sich das Unternehmen klar auf Onshore-Turbinen in der 4- bis 7-MW+-Klasse. Dieser Fokus grenzt Nordex von Wettbewerbern ab, die stärker im kapitalintensiven und operativ schwierigen Offshore-Geschäft engagiert sind.
Fazit: Wachstum mit Planungssicherheit
Nordex verbindet derzeit mehrere positive Trends: ein Rekord-Auftragseingang, ein langfristiger Rahmenvertrag mit einem großen europäischen Energieversorger, eine führende Position im wichtigen deutschen Markt und ein fokussiertes Produktportfolio. Der starke Kursanstieg spiegelt diese Fortschritte bereits wider, basiert jedoch auf klar nachvollziehbaren operativen Erfolgen und einer gut sichtbaren Projektpipeline bis 2030.
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