Nordkorea bestreitet Milliardenraub bei Krypto-Börse Binance
Kim Yo Jong bestreitet Nordkoreas Beteiligung am Binance-Angriff; Kunden zogen netto 4,72 Milliarden Dollar von der Plattform ab.

Kurz zusammengefasst
- Pjöngjang weist FBI-Vorwurf zurück
- 6,3 Milliarden Dollar bei Binance gestohlen
- Kundenabzüge erreichten 4,72 Milliarden Dollar
- Binance bietet Rabatte und Einlagerenditen
Pjöngjang weist den Vorwurf der US-Bundespolizei FBI zurück, hinter dem Diebstahl von 6,3 Milliarden Dollar bei der weltgrößten Krypto-Handelsplattform Binance zu stehen. Während der Plattformbetreiber versucht, die Kundenabflüsse mit Sonderkonditionen einzudämmen, wächst der internationale Druck auf Nordkoreas mutmaßliche Cyber-Aktivitäten.
Die Anschuldigungen seien absurde Rhetorik und eine politische Provokation, erklärte Kim Yo Jong, die einflussreiche Schwester von Machthaber Kim Jong Un. Washington versuche Nordkorea als kriminellen Staat darzustellen. Zugleich kündigte sie an, das Land werde Schritte gegenüber den USA überdenken.
Ausmaß übersteigt den gesamten Außenhandel
Der Vorfall gilt als der bisher größte Diebstahl im Krypto-Sektor. Das Ausmaß wird im Vergleich zur realen Wirtschaftsleistung des isolierten Staates deutlich. Die südkoreanische Zentralbank schätzte das Bruttoinlandsprodukt Nordkoreas für 2025 auf 47,18 Billionen Won, was etwa 35,09 Milliarden Dollar entspricht. Die bei dem Angriff erbeuteten Vermögenswerte machen damit rund ein Sechstel der gesamten jährlichen Wirtschaftsleistung aus.
Sicherheitsanalysten sehen in Krypto-Diebstählen seit Jahren eine wichtige Devisenquelle zur Finanzierung militärischer Programme und zur Umgehung internationaler Sanktionen. Die Täter nehmen zunehmend große Plattformen ins Visier, bei denen sich trotz höherer Sicherheitsbarrieren extrem hohe Summen abgreifen lassen. Nach Schätzungen von Blockchain-Spezialisten entfallen im Jahr 2026 rund 89 Prozent aller weltweiten Hack-Verluste auf Gruppen mit Verbindung zu Pjöngjang.
Binance stabilisiert Kundenbestände
Bei Binance führten die Turbulenzen zu spürbaren Reaktionen der Anleger. Bis Montag zogen Kunden netto 4,72 Milliarden Dollar von der Plattform ab, was etwa 3 Prozent des gesamten Kundenvermögens entsprach. Marktbeobachter bewerten diesen Abzug angesichts der Schadenssumme als vergleichsweise moderat.
Um das Vertrauen der Nutzer zu sichern, gab die Börse weitere Vermögenswerte für Auszahlungen frei. Ergänzend startete eine Kampagne, die Gebührennachlässe sowie Renditen von bis zu 10 Prozent auf ausgewählte Einlageprodukte bietet. Diese Maßnahmen laufen bis zum 21. November, während die US-Regierung zusätzliche Schritte gegen digitale Wallets und Geldwäschenetzwerke vorbereitet.