Novartis Aktie: Abogen-Coup für die Pipeline?
Für ABO2203 zahlt Novartis zunächst 575 Millionen US-Dollar; erfolgsabhängige Meilensteine können den Vertragswert auf rund 7,8 Milliarden erhöhen.
Kurz zusammengefasst
- 575 Millionen US-Dollar Sofortzahlung vereinbart
- Bis zu 7,2 Milliarden an Meilensteinen
- Goldman Sachs hebt Kursziel leicht an
- Quartals- und Neunmonatszahlen für 2026 angekündigt
Novartis verstärkt seine Entwicklung im Bereich der RNA-Therapeutika durch eine weitreichende Partnerschaft. Der Schweizer Pharmakonzern vereinbarte gestern mit dem Biotechunternehmen Abogen Biosciences eine weltweite Lizenz- und Optionsvereinbarung für den Wirkstoffkandidaten ABO2203 sowie den Zugriff auf weitere Programme der Plattform.
Für die Rechte leistet der Konzern eine Sofortzahlung von 575 Millionen USD, während erfolgsabhängige Meilensteine das finanzielle Volumen erheblich erweitern können.
Milliardenrahmen für neue Wirkstoffkandidaten
Die vertragliche Struktur sieht neben der Anfangszahlung weitere erfolgsabhängige Tranchen vor. Abogen kann Meilensteinzahlungen von bis zu 7,2 Milliarden USD sowie mögliche Lizenzgebühren auf spätere Erlöse vereinnahmen.
Wie Reuters meldete, erreicht das Abkommen damit einen potenziellen Gesamtwert von rund 7,8 Milliarden USD. Novartis sichert sich mit diesem Schritt die weltweiten Exklusivrechte an ABO2203 und etabliert zugleich Optionen auf künftige Entwicklungsprojekte, die auf der RNA-Technologie des Partners basieren.
Die Vereinbarung folgt auf eine Phase gemischter klinischer Resultate in der späten Entwicklungsphase des Konzerns. Anfang September erreichte die Phase-III-Studie HARBOR mit dem Wirkstoff del-desiran bei myotoner Dystrophie Typ 1 (DM1) ihren primären Endpunkt vHOT nicht.
Das Unternehmen prüft derzeit die vollständigen Studiendaten, um über den weiteren Entwicklungsweg zu entscheiden. Zuvor hatte im selben Monat auch die Phase-III-Studie Lp(a)HORIZON mit Pelacarsen ihre gesetzten Ziele verfehlt.
Analystenstimmen und anstehende Termine
Auf Seiten der Analysten blieb die Reaktion auf die jüngsten Entwicklungen zurückhaltend. Goldman Sachs hob das Kursziel für Novartis am Donnerstag von 110 auf 113 Franken an, beließ die Einstufung der Aktie jedoch auf „Sell“.
Im Börsenhandel schloss das Papier am Freitag bei 125,16 Euro, was einem leichten Tagesverlust von 0,4 Prozent entspricht. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie ein Plus von 5,9 Prozent.
Konkrete operative Impulse für die weitere Geschäftsentwicklung dürften die nächsten Unternehmensberichte liefern: Novartis hat die Veröffentlichung der Finanzergebnisse für das dritte Quartal und die ersten neun Monate 2026 als nächsten festen Finanztermin angekündigt.
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