Novartis Aktie: Fabhalta-Studie bei Lupusnephritis gestoppt
Novartis stoppt die Lupusnephritis-Untersuchung, während andere Iptacopan-Programme weiterlaufen; negative Zwischenergebnisse nennt das Unternehmen nicht.

Kurz zusammengefasst
- Phase-2-Prüfung bei Lupusnephritis beendet
- Strategische Erwägungen als Grund genannt
- Keine negativen Zwischensignale als Ursache
- Weitere Iptacopan-Programme laufen weiter
Der Abbruch einer Fabhalta-Studie begrenzt bei Novartis die Entwicklung in einer weiteren Indikation, bedeutet aber keine Aufgabe des Wirkstoffs. Ein heute veröffentlichter Bericht bestätigt das Ende der Untersuchung bei Lupusnephritis. Als Grund nennt das Studienregister strategische Erwägungen. Nach Angaben von Novartis beruhte die Entscheidung nicht auf negativen Zwischenergebnissen zu Sicherheit oder Wirksamkeit.
Für Anleger ist diese Unterscheidung entscheidend: Eine gestrichene Entwicklungsmöglichkeit ist anders zu bewerten als ein nachgewiesenes klinisches Scheitern. Zugleich entfällt mit dem Studienende vorerst eine Möglichkeit, das Einsatzgebiet von Fabhalta auszuweiten.
Studienende ohne gemeldetes negatives Signal
Am Donnerstag wurde die Phase-2-Studie zu Iptacopan, dem Wirkstoff von Fabhalta, im US-Studienregister als beendet gekennzeichnet. Der letzte Teilnehmer hatte zuvor den ersten Studienteil abgeschlossen. Untersucht wurde die zusätzliche Gabe zur Standardbehandlung bei aktiver Lupusnephritis. Dabei standen insbesondere Sicherheit und Verträglichkeit im Blickpunkt.
Die Untersuchung war zweiteilig angelegt. Geplant waren 81 Patienten und ein randomisierter Vergleich mit Placebo. Als Studienziel war ein vollständiges renales Ansprechen in Woche 24 vorgesehen.
Konkrete Studiendaten sind nicht vollständig veröffentlicht. Damit lässt sich aus dem Abbruch weder ein Wirksamkeitsnachweis noch ein Wirksamkeitsversagen ableiten. Die im Register genannten strategischen Erwägungen erklären zudem nicht im Detail, welche Prioritäten Novartis bei der Entscheidung gegeneinander abgewogen hat.
Andere Entwicklungsprogramme mit Iptacopan laufen weiter. Der Rückzug betrifft damit die untersuchte Anwendung bei Lupusnephritis und nicht die gesamte Entwicklung des Wirkstoffs. Spekulationen über eine Verlagerung von Ressourcen sind von bestätigten Entscheidungsgründen zu trennen.
Bestehendes Geschäft und zusätzliche Umsatzchancen
Fabhalta erzielte 2025 einen Umsatz von 505 Mio. US-Dollar. Das entsprach einem Wachstum von 291 % gegenüber dem Vorjahr. Der Wirkstoff verfügt damit bereits über ein Geschäft, dessen Bedeutung nicht allein von der nun beendeten Studie abhängt.
Zulassungen bestehen laut Medienberichten für PNH seit 2023, für IgA-Nephropathie seit August 2024 und für C3G seit 2026. Diese Anwendungen sind vom Ende der Lupusnephritis-Studie zu unterscheiden.
Die Analysten von Jefferies schätzen das Spitzenumsatzpotenzial von Fabhalta auf 3,6 Mrd. US-Dollar. Das ist eine Prognose und kein bereits erzielter Umsatz. Sie verdeutlicht jedoch, welche wirtschaftlichen Erwartungen mit dem Präparat verbunden sind.
Für die Bewertung bleibt deshalb die Trennung zwischen bestehendem Geschäft und zusätzlichen Entwicklungschancen zentral. Novartis streicht eine solche Chance, ohne negative Zwischenergebnisse als Ursache zu nennen. Wie stark das die langfristigen Umsatzerwartungen verändert, lässt sich ohne nähere Angaben zu den strategischen Gründen nicht beziffern.
Stand heute, 18. Oktober: Novartis – Kaufen, halten oder verkaufen?
Wer in Novartis investiert ist oder einen Einstieg prüft, sollte die Lage jetzt neu bewerten. Die Gratis-Analyse vom 18. Oktober gibt die klare Antwort – und zeigt, warum Abwarten gerade jetzt riskanter sein kann, als es wirkt.