Novartis Aktie: Itvisma in der EU zugelassen
Novartis erhält volle FDA-Zulassung für Nierenmedikament Fabhalta. Analysten sehen Wachstumspotenzial, Quartalszahlen stehen bevor.

Kurz zusammengefasst
- Volle FDA-Zulassung für Fabhalta
- EU-Zulassung für Gentherapie Itvisma
- Umsatzprognose von 65,6 Mrd. Dollar bis 2029
- Quartalsbericht am 21. Juli erwartet
Die Nachrichtenagentur berichtete am 20. Juli 2026, dass der Bewertungsaufschlag, den Anleger dem Basler Pharmakonzern gegenüber Wettbewerbern zubilligen, künftig stärker von handfesten klinischen und regulatorischen Erfolgen abhängt. Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Novartis hat binnen weniger Tage gleich mehrere wichtige Zulassungsmeilensteine erreicht, während zugleich der nächste Quartalsbericht unmittelbar bevorsteht.
Volle FDA-Zulassung für Fabhalta
Im Zentrum der jüngsten Nachrichtenlage steht die vollständige, reguläre Zulassung von Fabhalta (Iptacopan) durch die US-Arzneimittelbehörde FDA bei IgA-Nephropathie, einer chronischen Nierenerkrankung. Die Behörde hob damit die zuvor erteilte beschleunigte Zulassung auf einen dauerhaften Status. Grundlage waren Phase-III-Daten, die einen verlangsamten Abfall der geschätzten glomerulären Filtrationsrate gegenüber Placebo zeigten – ein zentraler klinischer Endpunkt bei Nierenerkrankungen. Parallel erhielt die Gentherapie Itvisma für spinale Muskelatrophie eine Zulassung in der Europäischen Union. Beide Entscheidungen verbreitern die Zulassungsbasis abseits der etablierten Kernprodukte und liefern damit genau jene Substanz, die laut Reuters künftig über den Bestand des Bewertungsaufschlags entscheiden dürfte.
Wachstumsprognosen bis 2029
Auf Basis der jüngsten Zulassungserfolge und der bestehenden Pipeline gehen Prognosen von einem Umsatz von 65,6 Milliarden US-Dollar und einem Gewinn von 18,1 Milliarden US-Dollar bis 2029 aus. Als fairer Wert der Aktie wurde in diesem Zusammenhang eine Marke von 123,55 Schweizer Franken genannt. Solche Schätzungen bleiben Prognosen und keine gemeldeten Ist-Zahlen, sie unterstreichen aber, dass der Markt Novartis weiterhin deutliches Wachstumspotenzial über die kommenden Jahre zutraut.
Zahlen-Countdown vor dem Quartalsbericht
Die Historie der jüngsten Quartale zeigt ein gemischtes Bild. Im ersten Quartal 2026 verfehlte Novartis mit einem Gewinn je Aktie von 1,99 US-Dollar die Konsensschätzung von 2,07 Dollar, ein Rückgang von 3,86 Prozent gegenüber den Erwartungen. Im vierten Quartal 2025 hatte der Konzern mit 2,03 gegenüber erwarteten 2,00 US-Dollar noch leicht übertroffen, im dritten Quartal 2025 mit 2,25 gegenüber 2,29 Dollar dagegen erneut verfehlt. Im zweiten Quartal 2025 lag das Ergebnis mit 2,47 Dollar klar über der Schätzung von 2,38 Dollar. Für den nächsten Bericht am 21. Juli 2026 liegt die Konsensschätzung bei 2,16 US-Dollar je Aktie. Nach der jüngsten Serie von Zulassungsnachrichten dürfte die Reaktion des Marktes auf diese Zahlen mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt werden.
Aktie behauptet sich nahe Rekordniveau
An der Börse zeigt sich die Aktie vor dem Zahlentermin robust. Mit 135,14 Euro notiert das Papier nahezu unverändert zum Vortag, ein Plus von 0,06 Prozent. Seit Jahresbeginn steht ein Zuwachs von 14,35 Prozent zu Buche. Zum 52-Wochen-Hoch von 144,30 Euro, das Ende Februar 2026 markiert wurde, beträgt der Abstand noch 6,35 Prozent – die Aktie handelt also spürbar unterhalb ihres bisherigen Jahreshochs, hat sich aber deutlich von den Tiefstständen des vergangenen Sommers gelöst. Die anstehenden Halbjahreszahlen dürften nun zeigen, ob die jüngste Zulassungsdynamik ausreicht, um den Bewertungsaufschlag gegenüber der Konkurrenz zu rechtfertigen, den Reuters in seiner Analyse in den Fokus rückt.
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