Novartis Aktie: Remibrutinib schlägt Teriflunomid
Positive Phase-III-Ergebnisse zu Remibrutinib treiben Novartis an, während drei Todesfälle den Stopp der rap-cel-Studien auslösen.

Kurz zusammengefasst
- Remibrutinib schlägt Teriflunomid bei Multipler Sklerose
- Drei Todesfälle führen zu rap-cel-Pause
- Aktie gewinnt im frühen Handel 5,6 Prozent
- Zweites Quartal mit 14,4 Milliarden US-Dollar Umsatz
Novartis meldete gestern gleich zwei Nachrichten mit gegensätzlichem Vorzeichen – und der Markt entschied sich für die positive Lesart. Die Aktie legte im frühen Zürcher Handel bis zu 5,6 Prozent zu, nachdem der Konzern positive Phase-III-Daten zu Remibrutinib bei Multipler Sklerose präsentiert hatte. Am selben Tag musste Novartis jedoch Studien zur Zelltherapie Rapcabtagene Autoleucel (rap-cel) nach drei Todesfällen pausieren.
Remibrutinib übertrifft Teriflunomid
Die Studien REMODEL-1 und REMODEL-2 zeigten laut Novartis, dass der BTK-Inhibitor Remibrutinib dem Vergleichswirkstoff Teriflunomid bei der Reduktion der annualisierten Rückfallrate und entzündlicher Hirnläsionen überlegen war. Auch bei sämtlichen Schlüssel-Sekundärendpunkten, darunter die Verringerung von MRI-Läsionen, setzte sich Remibrutinib durch.
Bei der Verzögerung der Behinderungsprogression zeigte sich ein positiver Trend über drei Monate, über sechs Monate war der Effekt in einer kombinierten Analyse nominal signifikant. Ein Lebertoxizitätssignal blieb laut Unternehmensangaben aus.
Novartis kündigte an, die vollständigen Daten als Late-Breaking-Präsentation auf dem Kongress MSToronto2026 vom 21. bis 23. Oktober vorzustellen, gefolgt von einem Investoren-Call. Parallel plant der Konzern eine globale Zulassungseinreichung für Remibrutinib in der Indikation Multiple Sklerose.
Für Anleger ist das der eigentliche Wertreiber: Ein positiver MS-Wirkstoff würde Novartis‘ Neurologie-Portfolio deutlich stärken, in einem Markt, der bislang von wenigen etablierten Therapien dominiert wird.
Studienstopp bei Zelltherapie überschattet die Freude nicht
Die zweite Nachricht des Tages fiel deutlich negativer aus: Nach drei Todesfällen in Studien zur experimentellen CAR-T-Therapie rap-cel bei Autoimmunerkrankungen stoppte Novartis sowohl die Patientenaufnahme als auch laufende Behandlungen zur Sicherheitsüberprüfung.
Nach Medienberichten starben die Patienten an einer gefährlichen Immunsystemreaktion. Bloomberg bestätigte den Zusammenhang zwischen beiden Meldungen und den Kursausschlag von 5,6 Prozent – der Nettoeffekt für die Aktie blieb trotz des Rückschlags positiv, da Remibrutinib als das kommerziell bedeutendere Programm gilt.
Solides operatives Fundament als Basis
Der Kursanstieg fällt auf ein Papier, das ohnehin in guter Verfassung ist. Der Schlusskurs vom Dienstag lag bei 139,02 Euro, nur 3,7 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 144,30 Euro aus Ende Februar. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 18 Prozent zu Buche, über zwölf Monate summiert sich der Anstieg auf 28 Prozent.
Operativ lieferte Novartis im zweiten Quartal solide Zahlen: Der Nettoumsatz stieg um 3 Prozent in US-Dollar auf 14,4 Milliarden US-Dollar, getragen von Kisqali, Kesimpta, Scemblix, Pluvicto und Leqvio. Das operative Kernergebnis blieb mit 5,9 Milliarden US-Dollar flach, die Marge sank um 70 Basispunkte auf 41,2 Prozent des Nettoumsatzes.
Die Jahresguidance mit niedrigem einstelligem Umsatzwachstum bei gleichzeitig leicht rückläufigem operativem Kernergebnis zu konstanten Währungen bestätigte der Konzern im Juli.
Auch beim Kapitalrückfluss zeigte sich Novartis aktiv: Im ersten Halbjahr kaufte der Konzern 18,2 Millionen eigene Aktien für 2,8 Milliarden US-Dollar auf der SIX Swiss Exchange zurück.
Von dem im Juli 2025 aufgelegten Rückkaufprogramm über bis zu 10 Milliarden US-Dollar sind noch bis zu 5,6 Milliarden US-Dollar offen. Am 3. September steht zudem ein Fireside Chat im Rahmen der Jefferies-„Back to School“-Healthcare-Konferenz an, bei dem Investoren weitere Details zur Pipeline erwarten dürften.
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