Novartis Aktie: Zulassungsantrag für Remibrutinib eingereicht
Novartis beantragt EU-Zulassung für MS-Wirkstoff Remibrutinib, während Umsatzrückgänge durch Entresto-Patentverlust die Quartalszahlen belasten.

Kurz zusammengefasst
- Zulassungsantrag für Remibrutinib bei EMA eingereicht
- Umsatzrückgang durch Patentverlust bei Entresto
- Stellenabbau am US-Hauptsitz in New Jersey
- China-Expansion und stabile Jahresprognose
Der Schweizer Pharmakonzern hat einen wichtigen Schritt in seiner Neuroscience-Pipeline gemacht. Am 27. Mai reichte Novartis den Zulassungsantrag für Remibrutinib bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur ein. Der orale BTK-Inhibitor zielt auf die Behandlung der schubförmigen Multiplen Sklerose – ein Markt mit hohem medizinischem Bedarf.
Doch die gute Nachricht kommt zu einem heiklen Zeitpunkt. Im ersten Quartal 2026 sank der Umsatz leicht auf 13,1 Milliarden US-Dollar und verfehlte damit die Analystenerwartungen von 13,6 Milliarden USD. Der Hauptgrund: der massive Patenverlust beim Blockbuster Entresto. Die Erlöse des Herzmedikaments brachen um 42 Prozent ein, nachdem Generika in den US-Markt drängten. Das Core-EPS lag bei 1,99 USD.
Pipeline gegen Patenlücke
Remibrutinib soll die Lücke schließen helfen, die Entresto reißt. Der Konzern positioniert den Wirkstoff als Ergänzung zu bestehenden Therapien wie Kesimpta. Analysten zeigen sich vorsichtig optimistisch. JP Morgan stuft die Aktie weiterhin mit „Overweight“ ein, Argus Research sieht ein Kursziel von 180 US-Dollar für die US-Notiz.
Parallel zu den klinischen Fortschritten treibt Novartis seine Effizienzprogramme voran. Ein aktuelles WARN-Filing vom 27. Mai bestätigt den Abbau von rund 76 Stellen am US-Hauptsitz in East Hanover, New Jersey. Der Konzern strafft die Organisation, um Ressourcen in die Kernforschung zu lenken und die operative Marge zu stabilisieren.
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China-Expansion und Kursniveau
Gleichzeitig intensiviert Novartis seine Präsenz in China. Am 27. Mai nahm die Konzernleitung an einem Roundtable-Gespräch des chinesischen Handelsministeriums teil. Ziel ist ein besserer Marktzugang und der Ausbau der Forschungsinfrastruktur vor Ort.
Die Aktie notierte zuletzt bei 130,54 Euro, ein Plus von 0,69 Prozent zum Vortag. Damit notiert sie rund neun Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 143,04 Euro, liegt aber gut acht Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt. Der RSI von 48 signalisiert eine neutrale Verfassung.
Das Management hält an seiner Jahresprognose fest: mittleres einstelliges Umsatzwachstum. Die Zuversicht stützt sich auf die Pipeline – neben Remibrutinib vor allem auf die Radioligandentherapie. Ob die neuen Produkte den Entresto-Einbruch kompensieren können, entscheiden die Zulassungsbehörden in den kommenden Monaten.
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