Novo Nordisk: 80 Prozent Wegovy-Pille sind Neukunden
Starke Schlagzeilen, schwaches Fundament – bei Novo Nordisk klaffen in den Zahlen zum ersten Quartal 2026 Realität und Optik weit auseinander. Ein massiver Sondereffekt treibt den ausgewiesenen Umsatz in die Höhe. Bereinigt man die Bilanz, zeigt sich ein anderes Bild: Das lukrative US-Diabetesgeschäft schrumpft spürbar.
Auf den ersten Blick glänzt der dänische Pharmakonzern mit einem Umsatzsprung von 32 Prozent auf fast 97 Milliarden Dänische Kronen. Dieser Anstieg resultiert fast ausschließlich aus einer einmaligen Rückstellungsausflösung im Rahmen eines US-Preiskontrollprogramms. Ohne diesen Sondereffekt fielen der währungsbereinigte Umsatz und der operative Gewinn im mittleren einstelligen Prozentbereich.
Preisdruck belastet das US-Geschäft
Die größte Schwachstelle liegt im amerikanischen Markt. Dort sanken die bereinigten Erlöse um elf Prozent. Besonders das Diabetes-Segment rund um die GLP-1-Medikamente Ozempic und Rybelsus leidet unter sinkenden Volumina und fallenden Preisen.
Finanzchef Karsten Knudsen bestätigte, dass die US-Preise für Ozempic jährlich zweistellig erodieren. Die bereinigte Bruttomarge des Konzerns schrumpfte folglich auf knapp 81 Prozent.
Adipositas-Pille erschließt neue Käufer
Einen Ausgleich schafft das Geschäft mit Adipositas-Medikamenten, das bereinigt um 22 Prozent wuchs. Das injizierbare Präparat Wegovy verzeichnete ein Umsatzplus von zwölf Prozent, verfehlte die Markterwartungen damit aber knapp.
Spannend ist die strategische Entwicklung bei der oralen Wegovy-Variante. Knapp 80 Prozent der Pillen-Nutzer sind laut US-Vertriebschef Jamey Millar Erstkäufer von GLP-1-Präparaten. CEO Mike Doustdar sieht darin einen klaren Synergieeffekt, der den Gesamtmarkt vergrößert, anstatt die eigenen Spritzen zu kannibalisieren.
Konkurrenz und Prognose
Der Wettbewerb im Markt für Abnehmspritzen bleibt intensiv. Während Novo Nordisk kämpft, meldete Rivale Eli Lilly kürzlich dreistellige Wachstumsraten für seine Konkurrenzprodukte.
Die Dänen hoben ihre Jahresprognose zwar leicht an, erwarten aber weiterhin einen Rückgang bei Umsatz und Gewinn. Analysten von Jefferies werten diese minimale Anpassung kritisch, da die untere Grenze der Zielspanne unverändert bei minus zwölf Prozent blieb.
An der Börse sorgte das Zahlenwerk am Berichtstag dennoch für Erleichterung und einen Kurssprung. Aktuell notiert die Aktie bei rund 39 Euro. Auf Sicht von 30 Tagen steht ein Plus von gut 21 Prozent auf der Kurstafel, auch wenn das Papier seit Jahresbeginn weiterhin knapp 13 Prozent im Minus liegt.
Trotz der operativen Herausforderungen hält das Management an umfangreichen Kapitalausschüttungen fest. Im ersten Quartal flossen fast 38 Milliarden Kronen über Dividenden und Aktienrückkäufe an die Aktionäre. Parallel dazu rüsten sich die Dänen für das Auslaufen des Semaglutid-Patents in Ländern wie China und Indien im laufenden Jahr. Die nächsten konkreten Antworten zur Generika-Konkurrenz liefert der Halbjahresbericht am 5. August.
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