Novo Nordisk Aktie: 1,2 Prozent Streit um Zepbound

Novo Nordisk reicht Klage gegen Eli Lilly wegen irreführender Werbung für Zepbound ein. Der Wettbewerb im GLP-1-Markt verschärft sich zunehmend.

Redaktion Stock-World ·
Abstrakte Darstellung eines modernen pharmazeutischen Labors mit medizinischen Geräten und Fokus auf den Wettbewerbsmarkt. (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Klage wegen Werbevergleichs eingereicht
  • Eli Lillys Zepbound Marktführer in USA
  • Novo-Aktie fällt auf 52-Wochen-Tief
  • Analysten sehen deutliches Kurspotenzial

Novo Nordisk geht juristisch gegen Eli Lilly vor. Der dänische Pharmakonzern wirft dem US-Rivalen irreführende Werbung für dessen Abnehmmittel Zepbound vor. Der Vorstandschef von Novo Nordisk kritisiert Vergleichsstudien, in denen Zepbound gegen eine niedrigere Wegovy-Dosis antrat statt gegen die neuere, höher dosierte Variante.

Bei einem Vergleich mit dieser aktuellen Dosis habe sich der Unterschied in der Gewichtsabnahme auf lediglich 1,2 Prozent reduziert, argumentiert Novo Nordisk. Zepbound gilt derzeit als meistverschriebenes Adipositas-Medikament in den USA.

Der Rechtsstreit fällt in eine Phase, in der sich der Wettbewerb im Markt für GLP-1-Präparate weiter verschärft. Eli Lilly hat seine Pipeline zuletzt breit aufgestellt: Neben dem injizierbaren Zepbound bietet der Konzern mit Foundayo bereits ein orales Präparat an, das nach eigenen Angaben schon mehr als 80 Prozent der Neuverschreibungen bei GLP-1-Einsteigern auf sich vereint. Hinzu kommen mit Retatrutide und Eloralintide zwei weitere Wirkstoffe in späteren Studienphasen.

Im zweiten Quartal steigerte Eli Lilly seinen Umsatz um 48 Prozent auf 23 Milliarden Dollar und hob die Jahresprognose auf 85 bis 87 Milliarden Dollar an – ein Beleg dafür, wie stark die Nachfrage nach Abnehmmedikamenten die Branche insgesamt treibt.

Preisdruck von mehreren Seiten

Novo Nordisk gerät dabei nicht nur von Eli Lilly, sondern auch von günstigeren Alternativen unter Druck. In Großbritannien vertreibt der Online-Arzt von Asda mittlerweile Wegovy-Pillen und meldet bereits 13.000 Vorbestellungen; einer Untersuchung von PwC zufolge vermeiden 22 Prozent der übergewichtigen Erwachsenen bislang Injektionen, was auf ungenutztes Nachfragepotenzial für orale Formulierungen hindeutet. Novos eigene Wegovy-Pille, seit Januar auf dem Markt, kommt inzwischen auf 170.000 Nutzer und ist bis 2032 patentgeschützt.

Regulatorisch bleibt zudem ein älteres Thema im Blick: Die europäische Arzneimittelagentur prüft weiterhin einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Novo-Präparat Ozempic und der Augenerkrankung Naion, gestützt auf zwei dänische Studien.

Aktie unter Druck, Analysten sehen Unterbewertung

Die Novo-Nordisk-Aktie bekam die zunehmende Konkurrenz und den anhaltenden Preisdruck zuletzt zu spüren. Der Titel schloss am Freitag bei 39,40 Euro, ein Minus von 2,6 Prozent auf Tagesbasis, und liegt damit rund 28 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 54,86 Euro. Zugleich hat die Aktie erst kürzlich ihr 52-Wochen-Tief markiert, was die hohe Schwankungsbreite der vergangenen Monate unterstreicht.

Trotz der Kursschwäche sehen Analysten bei Novo Nordisk erhebliches Aufwärtspotenzial. Einer Bewertung zufolge könnte die Aktie nach der jüngst bestätigten Zwischendividende von 3,75 dänischen Kronen je Aktie – ex-Tag war der 14. August – deutlich unter ihrem fairen Wert notieren. Das durchschnittliche Analystenziel liegt bei 313,7 dänischen Kronen, während ein rechnerisch ermittelter fairer Wert auf rund 851 dänische Kronen taxiert wird.

Für Anleger bleibt der Rechtsstreit mit Eli Lilly damit ein Nebenschauplatz in einem Markt, dessen strukturelles Wachstum ungebrochen scheint – die Frage ist, wie viel davon bei Novo Nordisk selbst ankommt, solange Konkurrenzprodukte und günstigere Kopien Marktanteile abgraben.

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Novo Nordisk Aktie

34,42 EUR

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KGV 9,74
KUV 3,33
Sektor Gesundheitswesen
Div.-Rendite 4,68 %
Marktkapitalisierung 1,12 Bio. DKK
Ø Kursziel 307,56 DKK
ISIN: DK0062498333 WKN: A3EU6F

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