Novo Nordisk Aktie: 13,79% Monatserholung auf 39,27 Euro

Novo Nordisk zeigt Kurserholung, doch Analysten sehen Risiken durch Kannibalisierung und Lilly-Konkurrenz. Die Pipeline-Entwicklung wird zum entscheidenden Faktor.

Redaktion Stock-World ·
Novo Nordisk Aktie (KI-generiertes Symbolbild)
Symbolbild, KI-generiert

Kurz zusammengefasst

  • Aktie erholt sich um knapp 14 Prozent
  • Jefferies bleibt bei neutraler Bewertung
  • Pipeline-Studien als wichtiger Prüfstein
  • Jahresziele leicht nach oben korrigiert

Novo Nordisk steht vor einer heiklen Bewährungsprobe. Die Aktie hat sich zuletzt spürbar erholt, aber der Streitpunkt ist größer als ein kurzfristiger Rebound. Es geht darum, ob Wegovy und die Pipeline den Bewertungsabschlag wirklich verkleinern können.

Jefferies bleibt vorsichtig

Jefferies bleibt bei „Neutral“ und nennt ein Kursziel von 270 Dänischen Kronen. Die Bank hatte die Aktie im Februar von „Underperform“ auf „Hold“ hochgestuft. Nach den scharfen Kürzungen der Gewinnschätzungen sieht sie kurzfristige Abwärtsrisiken weitgehend verarbeitet.

Die Warnung steckt im Detail. Jefferies hält die Ziele für 2026 für eher konservativ, vor allem bei oralem Wegovy und Medicare-Beiträgen in der Adipositas. Wichtiger als ein einzelnes Produkt seien die gesamten GLP-1-Verordnungen in den USA.

Ein Risiko bleibt die Kannibalisierung. Oral verabreichtes Wegovy könnte stärker auf bestehende Novo-Produkte drücken als viele erwarten. Außerdem könnte Eli Lillys Orforglipron ab April zusätzlich Tempo aus dem Wachstum nehmen.

Erholung mit Altlasten

An der Börse wirkt die Erholung trotzdem kräftig. Auf Monatssicht liegt die Aktie 13,79 Prozent im Plus, der Schlusskurs am Donnerstag lag bei 39,27 Euro. Seit Jahresanfang steht aber noch ein Minus von 12,10 Prozent.

Das erklärt die Nervosität. Viele Anleger sehen nicht nur den jüngsten Anstieg, sondern auch den massiven Vertrauensverlust der vergangenen Monate.

Vom Jahreshoch bei 70,13 Euro bleibt der Abstand groß. Der Kurs liegt noch 44,00 Prozent darunter. Er notiert aber klar über seiner kurzfristigen Durchschnittslinie.

Operativ war das Quartal schwach, aber weniger schwach als befürchtet. Der bereinigte Nettoumsatz sank um 10 Prozent auf 70,1 Milliarden Dänische Kronen.

Das bereinigte Ergebnis je Aktie fiel um 3 Prozent auf 6,63 Kronen. Der Markt hatte bereits mit einem Rückgang gerechnet. Die Zahlen wirkten daher eher wie Entlastung als wie ein neuer Schock.

Wegovy bleibt der zentrale Stabilisator. CEO Mike Doustdar sprach von einer Wende. In den USA kommt die Marke bei neuen Verschreibungen inzwischen auf 65 Prozent.

Der Vorstand hob die Jahresziele für 2026 an. Beim bereinigten Umsatz und Gewinn erwartet Novo nun einen währungsbereinigten Rückgang von 4 bis 12 Prozent. Zuvor hatte die Spanne etwas tiefer gelegen.

Das ist der Punkt, aus dem die Aktie ihre jüngste Stärke zieht. Nicht aus glatten Zahlen, sondern aus besseren Erwartungen.

Im ersten Quartal stiegen die Erlöse währungsbereinigt um 6 Prozent. Besonders stark liefen EUCAN mit 23 Prozent und APAC mit 22 Prozent. Das Adipositas-Geschäft wuchs noch deutlich schneller, obwohl niedrigere Preise bremsten.

Pipeline wird zum Prüfstein

Der nächste Hebel heißt Pipeline. CagriSema wartet auf die Zulassung und soll bei Adipositas sowie Diabetes eine neue Rolle spielen. Daneben stehen Amycretin und UBT251 im Blick, beide mit breiterem Hormonprofil.

Jefferies nennt vor allem die REDEFINE-4-Studie gegen Lillys Zepbound als wichtigen Test. Im Basisszenario traut die Bank CagriSema Nichtunterlegenheit zu. Eine klare Überlegenheit hält sie dagegen für unwahrscheinlich.

Für zusätzliches Rauschen sorgte eine Pflichtmeldung aus dem Managementumfeld. Zwei nahestehende Personen von CFO Karsten Munk Knudsen erhielten jeweils 50 B-Aktien als Geschenk. Der Wert lag bei rund 14.700 Dänischen Kronen je Transaktion.

Mit dem 13,6-Fachen der erwarteten Gewinne handelt Novo unter dem Schnitt großer Gesundheitswerte. Dieser Abschlag spiegelt die schwächeren Finanzdaten wider. Die Aktie braucht nun zwei Bestätigungen: robuste US-GLP-1-Volumina und Pipeline-Daten, die den Abstand zu Lilly nicht größer wirken lassen. Gelingt das, bekommt die Bewertung Spielraum. Andernfalls bleibt die jüngste Erholung vor allem eine Reparatur nach dem tiefen Kursrutsch.

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Novo Nordisk Aktie

34,56 EUR

– 0,44 EUR -1,26 %
KGV 9,98
KUV 3,41
Sektor Gesundheitswesen
Div.-Rendite 4,44 %
Marktkapitalisierung 1,12 Bio. DKK
Ø Kursziel 306,51 DKK
ISIN: DK0062498333 WKN: A3EU6F

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