Novo Nordisk Aktie: 20,7% Gewichtsverlust in STEP-UP-Studie
Novo Nordisk erhält Rückenwind durch Frankreichs Erstattung für Wegovy, kämpft aber mit Preisdruck und Analystenskepsis.

Kurz zusammengefasst
- Frankreich erstattet Wegovy ab Juni
- Orale Wegovy-Tablette erhält EU-Zulassung
- Umsatz und Gewinn steigen deutlich
- Aktie trotz Erholung im Jahresminus
Frankreich macht den Anfang, die Pipeline wächst, der Kurs hat sich vom Tiefpunkt erholt — und trotzdem bleiben die Analysten skeptisch. Novo Nordisk steht im Juni 2026 vor einer Reihe von Weichenstellungen, die zeigen, wie viel das Unternehmen gleichzeitig stemmt.
Frankreich als Wegbereiter in Europa
Ab dem 15. Juni 2026 erstattet Frankreich Abnehmmedikamente wie Wegovy offiziell zu 65 Prozent — bei bestimmten Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes steigt dieser Satz auf 100 Prozent. Frankreich ist damit das erste EU-Land mit einem dauerhaften Standard-Erstattungsrahmen für diese Wirkstoffklasse.
Parallel dazu hat der europäische Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) die EU-Zulassung der oralen Wegovy-Tablette mit 25 mg Semaglutid befürwortet. Der Marktstart ist für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant. Hinzu kommt ein 7,2-mg-Einmalpen, der im dritten Quartal in der EU eingeführt werden soll — gestützt auf Daten der STEP-UP-Studien, die einen Gewichtsverlust von 20,7 Prozent zeigten.
Pipeline jenseits der Gewichtsreduktion
Novo Nordisk verfolgt derzeit Phase-2- und Phase-3-Studien für sechs neue Indikationen, darunter die Lebererkrankung MASH, Alzheimer und chronische Nierenerkrankung (CKD). Für Letztere erwartet die FDA noch in der zweiten Jahreshälfte 2026 eine Entscheidung auf Basis der FLOW-Studie.
Analysten schätzen, dass diese Erweiterungen den adressierbaren Markt für GLP-1-Medikamente bis 2030 von rund 50 Milliarden auf über 130 Milliarden Dollar wachsen lassen könnten. Die Ergebnisse der EVOKE+-Alzheimer-Studie mit 3.000 Patienten werden allerdings erst 2027 erwartet.
Starke Zahlen, schwacher Kurs
Das erste Quartal 2026 lieferte beeindruckende Zahlen: Der Umsatz kletterte auf 96,82 Milliarden Dänische Kronen, der Nettogewinn auf 48,56 Milliarden — im Vorjahreszeitraum lagen beide Werte bei 78,09 beziehungsweise 29,03 Milliarden Kronen.
Den Kurs hat das kaum beflügelt. Die Aktie notiert seit Jahresbeginn rund 12,6 Prozent im Minus und liegt noch immer fast 45 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 70,13 Euro. Immerhin: Vom Märztief bei 30,48 Euro hat sich der Kurs mit aktuell 39,05 Euro spürbar erholt, und der 50-Tage-Durchschnitt liegt inzwischen deutlich darunter.
Der Druck kommt von mehreren Seiten: Günstige Kompositpräparate in den USA setzen Wegovy unter Preisdruck. Als Reaktion plant Novo Nordisk, den US-Listenpreis für Wegovy ab Januar 2027 um rund 50 Prozent zu senken. Ozempic und Rybelsus sollen um 35 Prozent günstiger werden.
Jefferies und Deutsche Bank bewerteten die Aktie zuletzt beide mit „Hold“ — mit Kurszielen von 270 beziehungsweise 290 Dänischen Kronen. Beide Häuser sehen offenbar keinen Grund zur Eile, solange die Suche nach einem neuen CEO läuft und die Preisstrategie noch nicht greift.
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