Novo Nordisk Aktie: 30 Prozent unter 52-Wochen-Hoch
Trotz laufender Aktienrückkäufe und juristischer Erfolge verliert die Novo-Nordisk-Aktie weiter an Wert. Der CEO hält am Wettbewerb mit Eli Lilly fest.

Kurz zusammengefasst
- Aktie 30 Prozent unter Hoch
- CagriSema-Start für 2026 geplant
- Rückkaufprogramm erreicht 8,08 Mrd. Kronen
- Niederländische Gerichte stützen Patentrechte
Novo Nordisk kämpft an mehreren Fronten gleichzeitig um seinen Ruf als Vorreiter im Abnehmmarkt. Konzernchef Mike Doustdar stellte sich am Donnerstag vergangener Woche öffentlich gegen die Sorge, der dänische Konzern könne im Duell mit Eli Lilly ins Hintertreffen geraten.
Der Markt für Adipositas-Medikamente werde kein Wettbewerb sein, bei dem am Ende nur ein Anbieter übrig bleibe, sagte er laut Reuters. Tabletten und eine breitere Differenzierung des Portfolios sollen Novo Nordisk im Rennen halten.
Zudem bekräftigte Doustdar den Plan, den Kombinationswirkstoff CagriSema im kommenden Jahr auf den Markt zu bringen – trotz schwächerer Abnehmergebnisse in Studien im Vergleich zu Lillys Zepbound.
Die Aktie bewegt sich weiterhin unter Druck. Am aktuellen Kurs von 39,05 Euro notiert das Papier knapp 30 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 54,86 Euro, das im Januar erreicht wurde.
Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 11 Prozent zu Buche, auf Sicht von 30 Tagen sind es sogar 10 Prozent. Der RSI von knapp 40 signalisiert keine akute Überverkauft-Situation, deutet aber auf anhaltend schwache Kursdynamik hin.
Rückkaufprogramm läuft trotz schwacher Kursentwicklung weiter
Ungeachtet der Kursschwäche setzt Novo Nordisk sein Aktienrückkaufprogramm konsequent fort. Der Konzern bestätigte weitere Rückkäufe am 10. und 14. August im Rahmen des auf 15 Milliarden dänische Kronen angelegten Programms.
Bis zum 14. August hatte das Unternehmen bereits knapp 28,9 Millionen B-Aktien für rund 8,08 Milliarden Kronen zurückgekauft, innerhalb eines Teilprogramms mit einer Obergrenze von gut 11,2 Milliarden Kronen. Der Rückkauf allein konnte den Kursverfall der vergangenen Wochen nicht stoppen – seit der jüngsten Erhöhung des Programms vor gut drei Wochen verlor die Aktie rund 13,6 Prozent.
Rechtsstreitigkeiten und Partnerschaften als Nebenschauplätze
Parallel zur Debatte um die Wettbewerbsposition sichert sich Novo Nordisk juristisch ab. Ein niederländisches Gericht erließ Anfang des Monats eine einstweilige Verfügung gegen die Ceban Ziekenhuisfarmacie wegen Patentverletzung im Zusammenhang mit Semaglutid.
Das Unternehmen muss die beanstandeten Aktivitäten einstellen, Angebote entfernen, Angaben zur Lieferkette offenlegen und Verfahrenskosten erstatten. In einem separaten Fall erwirkte Novo Nordisk zudem eine vorläufige Verfügung gegen ein nicht zugelassenes, compoundiertes Semaglutid-Nasenspray in den Niederlanden – ein Schritt, den der Konzern als Patientenschutz einordnet.
Auf der strategischen Seite setzt Novo Nordisk verstärkt auf Technologie: Anfang August verkündete der Konzern eine Partnerschaft mit Amazon Web Services, um die Medikamentenentwicklung mithilfe künstlicher Intelligenz zu beschleunigen.
Ein kleinerer Rückschlag ereignete sich dagegen im Umfeld eines Partnerunternehmens: Scholar Rock entfernte die Produktionsstätte von Novo Nordisk in Indiana aus seinem FDA-Zulassungsantrag für ein Medikament gegen eine seltene neuromuskuläre Erkrankung, wodurch die direkte Verbindung zu diesem Programm sank.
Anleger bleiben skeptisch
Trotz der Fülle an operativen und juristischen Erfolgsmeldungen bleibt die Grundstimmung unter Anlegern zurückhaltend. Die vor rund zwei Wochen vorgelegten Halbjahreszahlen mit angehobener Jahresprognose konnten die Skepsis ebenso wenig auflösen wie die Studienrückschläge bei CagriSema, die seither zusätzlich auf die Stimmung drückten.
Doustdars Argument, der Markt unterschätze die Nachfrage nach differenzierten Adipositas-Therapien, muss sich nun an konkreten Verkaufszahlen und dem für kommendes Jahr angepeilten CagriSema-Start messen lassen.
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