Novo Nordisk Aktie: Doustdar stellt Zukäufe in Aussicht
Novo Nordisk erwägt Partnerschaften und Übernahmen, während Semaglutid vor dem Patentende steht und Analysten die Aktie zurückhaltend bewerten.

Kurz zusammengefasst
- Chef Doustdar stellt externe Zukäufe in Aussicht
- Aktie verliert nach Zielmarken rund acht Prozent
- Semaglutid-Exklusivität endet 2032 in den USA
- Deutsche Bank senkt Kursziel auf 245 Kronen
Novo-Nordisk-Chef Mike Doustdar stellt nach deutlichen Kursverlusten externe Zukäufe in Aussicht, um das Medikamentenportfolio des dänischen Pharmakonzerns gezielt zu verstärken.
In einem Interview mit dem Sender CNBC erklärte Doustdar am heutigen Dienstag, der Konzern prüfe Übernahmen und Partnerschaften, wo immer wissenschaftliche oder strategische Lücken im eigenen Angebot bestünden. Man beobachte genau, welche Unternehmen überlegene Wirkstoffe entwickelt hätten oder kurz vor einer Markteinführung stünden.
Vertrauen nach Kursrutsch wieder aufbauen
Gegenüber Bloomberg TV räumte Doustdar ein, dass der Konzern verloren gegangenes Anlegervertrauen schrittweise zurückgewinnen müsse. Wer zu viel verspreche und zu wenig liefere, verspiele schnell Glaubwürdigkeit, betonte der Manager.
Die Ankündigung folgt auf schwere Abgaben am Vortag, als die Aktie nach der Vorstellung langfristiger Zielmarken rund acht Prozent eingebüßt hatte. Am heutigen Dienstag notiert das Papier im Handel bei 34,39 Euro, was einem Minus von 1,3 Prozent entspricht. Vom 52-Wochen-Hoch trennt den Titel inzwischen ein Abstand von 37 Prozent.
Patentklippe und Druck durch Wettbewerber
Der Handlungsdruck auf das Management wächst vor allem durch das herannahende Ende der Exklusivität für den Wirkstoff Semaglutid, der die Basis für die Erfolgsmedikamente Wegovy und Ozempic bildet. Die beiden Präparate stehen für rund drei Viertel des gesamten Konzernumsatzes.
Anfang der 2030er Jahre läuft der Patentschutz in Europa und den USA sequenziell aus; im bedeutenden US-Markt endet er 2032. Zugleich verschärft der Rivale Eli Lilly den Wettbewerb im Markt für Adipositas-Behandlungen spürbar.
Novo Nordisk stellte für die Zeit bis 2030 mehr als fünf Markteinführungen mit Blockbuster-Potenzial in Aussicht und erwartet bis 2035 risikoadjustierte Pipeline-Umsätze von über 150 Milliarden dänischen Kronen. Doustdar unterstrich, dass die Bilanz des Konzerns auch größere Transaktionen tragen könne. Zukünftige Übernahmeziele sollen neben Adipositas auch Bereiche wie Herz-Kreislauf-, Blut- oder endokrine Erkrankungen abdecken.
Skepsis an den Finanzmärkten
An den Märkten überwiegt gleichwohl vorerst die Zurückhaltung. Die Analysten der Deutschen Bank bekräftigten nach den jüngsten Unternehmensauftritten ihre Verkaufsempfehlung und senkten das Kursziel auf 245 dänische Kronen.
Analyst Emmanuel Papadakis verwies auf enttäuschte Erwartungen an mehreren Fronten sowie vage Details zu möglichen Zukäufen. Auch das Analysehaus Citi beließ die Einstufung auf neutral und hob hervor, dass die Aussicht auf eine lediglich breit stabile operative Marge hinter den Hoffnungen zurückgeblieben sei.
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