Novo Nordisk startet mit Rückenwind in das neue Jahr – aber der Druck im Markt für Adipositas‑Medikamente nimmt deutlich zu. Auf der einen Seite steht die starke Nachfrage nach neuen Produkten wie der Wegovy‑Tablette, auf der anderen skeptischere Prognosen für 2026 und wachsender Wettbewerb durch Eli Lilly. Wie passt das zusammen?
Starker Auftakt für Wegovy-Pille
Den jüngsten Schub bekam der Konzern durch den US‑Start der oralen Version des Abnehmpräparats Wegovy am 5. Januar. In der ersten Woche sollen bereits rund 3.100 Rezepte für die neue Tablette ausgestellt worden sein – ein klarer Hinweis auf eine sehr hohe Anfangsnachfrage.
Die positiven Daten zu den Verschreibungen wirkten sich unmittelbar auf die Bewertung aus: Am 16. Januar legte die Aktie im Tagesverlauf um mehr als 9 % zu und erreichte den höchsten Stand seit September. Anleger setzen offenbar darauf, dass die neue Darreichungsform die Wegovy‑Umsätze deutlich ausweiten kann.
Gegenwind durch Wettbewerb und Prognosesenkung
Parallel dazu wächst allerdings die Sorge, dass der GLP‑1‑Boom nicht automatisch in dauerhaft hohe Margen mündet. Ein Analyst von TD Cowen hat seine Schätzungen für 2026 zurückgenommen.
Konkret erwartet er nun:
- einen Rückgang der Umsatzprognose für 2026 um 5 %
- einen Rückgang der Gewinn‑je‑Aktie‑Schätzung um 14 %
Begründet wird dies mit dem schärfer werdenden Wettbewerb im GLP‑1‑Segment, vor allem durch Eli Lilly, sowie mit dem Blick auf das Jahr 2032, wenn in den USA das Patent auf den Wirkstoff Semaglutid ausläuft. Auch wenn dieser Zeitpunkt noch weit entfernt ist, fließt die längerfristige Erosion der Marktexklusivität bereits in die Modelle ein.
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Auf der J.P. Morgan Healthcare Conference bestätigte CEO Mike Doustdar die vorsichtigere Sicht. 2025 sei ein schwieriges Jahr gewesen, und für 2026 rechnet das Management mit Gegenwind im internationalen Geschäft. Hauptgründe sind der Verlust von Exklusivität in mehreren Ländern und die zunehmende Konkurrenz, die Druck auf Preise und Marktanteile ausüben dürfte.
Offensive im Adipositas-Markt
Statt abzuwarten, reagiert Novo Nordisk mit einer deutlich offensiveren Marktstrategie. Der Konzern versucht, seine starke Position im GLP‑1‑Geschäft nicht nur über neue Produkte, sondern auch über Marketing und höhere Dosierungen zu sichern.
Zu den zentralen Maßnahmen gehören:
- Neue Ozempic‑Kampagne: Unter dem Motto „There’s Only One Ozempic“ adressiert Novo Nordisk direkt konkurrierende GLP‑1‑Produkte und nicht zugelassene, zusammengemischte Präparate. Ziel ist es, den Markenkern zu stärken und Patienten wie Ärzten den Unterschied zu Alternativen klarer herauszustellen.
- Höhere Wegovy‑Dosis in Großbritannien: In UK wurde eine wöchentliche Injektion mit 7,2 Milligramm Wegovy zugelassen. Die höhere Dosis soll ein größeres Potenzial für zusätzlichen Gewichtsverlust bieten und damit die Position des Präparats im Premium‑Segment festigen.
- Fokus auf neue Launches 2026: Für das kommende Jahr plant Novo Nordisk, die kommerzielle Umsetzung neuer Produkte zu beschleunigen, darunter eine Hochdosis‑Variante von Semaglutid und der Pipeline‑Kandidat CagriSema. Beide sollen helfen, den Angriff der Rivalen im Adipositas‑Markt abzufedern.
Bewertung und Ausblick
Trotz der vorsichtigeren Analystenschätzungen und des dichten Wettbewerbsumfelds bleibt die Aktie nach dem Wegovy‑Pillenstart deutlich erholt: Mit einem Schlusskurs von 51,80 Euro gestern liegt sie rund 17 % über ihrem 50‑Tage‑Durchschnitt von 44,34 Euro, aber immer noch klar unter dem 52‑Wochen‑Hoch von 87,10 Euro. Das spiegelt die Spannung zwischen hoher Produktdynamik und langfristigen Bedenken um Patente und Konkurrenz wider.
Für 2026 zeichnet sich damit ein zweigeteiltes Bild ab: Kurzfristig könnte die starke Nachfrage nach Wegovy und Ozempic die Zahlen weiter anschieben, während mittelfristig niedrigere Margenerwartungen und der schärfere Wettbewerb die Bewertung begrenzen. Entscheidend wird sein, ob Novo Nordisk mit seinen neuen Dosierungen, der klaren Markenpositionierung von Ozempic und Pipeline-Projekten wie CagriSema ausreichend zusätzliche Wachstumsquellen erschließt, um die absehbaren Belastungen durch Patentabläufe und Konkurrenzdruck auszugleichen.
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