Novo Nordisk Aktie: Klage gegen Eli Lilly
Novo Nordisk reicht Klage gegen Eli Lilly wegen angeblich irreführender Werbung für Abnehm-Medikamente ein. Der Rechtsstreit überschattet die anstehenden Halbjahreszahlen.

Kurz zusammengefasst
- Klage wegen irreführender Werbung eingereicht
- Veraltete Studiendaten als Vorwurf
- Institutionelle Anleger zeigen Uneinigkeit
- Halbjahreszahlen am 5. August erwartet
Novo Nordisk zieht gegen den größten Konkurrenten vor Gericht. Der dänische Pharmakonzern wirft Eli Lilly irreführende Werbung vor. Der Streit trifft den lukrativsten Markt der Branche: Abnehmspritzen.
Der Vorwurf: veraltete Daten in der Werbung
Novo Nordisk hat vor einem Bundesgericht in New Jersey Klage gegen Eli Lilly eingereicht. Der Vorwurf: Lilly nutze in seinen Kampagnen für Diabetes- und Adipositas-Medikamente veraltete Studiendaten. Konkret geht es um Vergleiche zwischen den höchsten Lilly-Dosierungen und niedrigeren Novo-Dosierungen.
Novo Nordisk argumentiert, diese Vergleiche ignorierten neuere Daten zur hochdosierten Wegovy-Version. Diese Variante erhielt erst in diesem Jahr die behördliche Zulassung. Konzern-Chefjurist John Kuckelman erklärte, das Weglassen aktueller Daten verleite Verbraucher zu dem falschen Schluss, Lillys Präparate seien wirksamer.
Der Klage ging im April eine Unterlassungsaufforderung voraus. Lilly reagierte darauf nicht. Novo Nordisk fordert nun eine dauerhafte gerichtliche Verfügung gegen die Werbekampagnen — und Schadenersatz.
Institutionelle Anleger uneins
Bei den großen Fondsgesellschaften zeigt sich ein gespaltenes Bild. Bank of New York Mellon reduzierte ihre Position um 21,7 Prozent und verkaufte gut 130.000 Aktien. Sei Investments ging den umgekehrten Weg und stockte seinen Bestand um 53,7 Prozent auf.
Solche gegenläufigen Bewegungen fallen in eine Phase erhöhter Unsicherheit. Die Aktie notiert bei 44,45 Euro und liegt damit knapp 19 Prozent unter ihrem Januar-Hoch von 54,86 Euro. Nach oben hin bleibt trotzdem deutlich Abstand zum Jahrestief von 30,25 Euro aus dem März — fast 47 Prozent liegt der aktuelle Kurs darüber.
Zahlen am 5. August als nächster Prüfstein
Der Rechtsstreit fällt in eine ohnehin wichtige Woche für Novo Nordisk. Am Mittwoch, dem 5. August 2026, legt der Konzern vor Börsenöffnung seine Halbjahreszahlen vor. Im Fokus stehen die Verkaufszahlen der neuen Wegovy-Tablette und die Marktanteile der hochdosierten Spritze.
Novo Nordisk hatte die Jahresprognose nach starken Erstquartalszahlen bereits angehoben. Der Bericht Anfang August muss nun zeigen, ob das Wachstum im Adipositas-Geschäft die steigenden Rechtskosten und den harten Preiskampf in den USA ausgleichen kann.
Charttechnisch bewegt sich die Aktie mit einem RSI von 60 im neutralen bis leicht überkauften Bereich. Der Kurs liegt derzeit fast 9 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 40,86 Euro — ein Polster, das im Falle enttäuschender Zahlen schnell schmelzen könnte.
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