Der dänische Pharmakonzern kommt einfach nicht zur Ruhe. Neben einer scharfen Rüge der US-Gesundheitsbehörde FDA wegen schwerwiegender Meldeversäumnisse offenbart die Muttergesellschaft heute einen massiven Vermögensschwund. Kann der einstige Börsenliebling diese beispiellose Kombination aus regulatorischem Gegenwind und einbrechendem Wachstum noch abwenden?
Schwere Vorwürfe der FDA
Auslöser für den jüngsten Kursrutsch von 2,8 Prozent am Dienstag war ein offizielles Warnschreiben der FDA. Die Inspektoren werfen dem Unternehmen vor, schwerwiegende Nebenwirkungen seiner Medikamente – darunter die Blockbuster Ozempic und Wegovy – nicht ordnungsgemäß gemeldet zu haben. Konkret zitiert die Behörde drei Todesfälle, darunter ein Suizid, sowie Berichte über Suizidgedanken.
Die FDA betonte zwar, dass kein direkter ursächlicher Zusammenhang mit den Medikamenten nachgewiesen sei, kritisierte aber fundamentale Mängel in den internen Kontrollsystemen. So wurden Meldungen über unerwünschte Ereignisse teilweise intern verworfen, wenn die Betroffenen selbst keinen Zusammenhang mit dem Medikament sahen. Novo Nordisk verteidigt sich und verweist darauf, dass die Rüge lediglich administrative Prozesse betreffe und keine Rückschlüsse auf die Sicherheit der Medikamente zulasse. Dennoch ist es bereits die dritte Ermahnung der US-Behörde innerhalb weniger Wochen.
Milliardenverlust bei der Muttergesellschaft
Zusätzlich zur regulatorischen Belastung meldete die Muttergesellschaft Novo Holdings heute einen drastischen Rückgang des verwalteten Vermögens. Die Summe brach im Jahr 2025 von 1.060 Milliarden auf 694 Milliarden Dänische Kronen (rund 93 Milliarden Euro) ein. Hauptgrund dafür ist der beispiellose Absturz der eigenen Aktie. Das Papier verlor im vergangenen Jahr fast 50 Prozent an Wert und markierte damit das schlechteste Börsenjahr der Unternehmensgeschichte.
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Preisdruck und harter Wettbewerb
Die fundamentalen Aussichten bleiben trübe. Bereits im Februar enttäuschte das Management mit einer Umsatzprognose für 2026, die ein währungsbereinigtes Minus von 5 bis 13 Prozent vorsieht. Verantwortlich dafür ist neben der erstarkten Konkurrenz durch Eli Lilly vor allem ein neues Preisabkommen in den USA. Über den staatlichen Vertriebskanal „TrumpRx“ fielen die Preise für Wegovy und Ozempic drastisch von über 1.000 US-Dollar auf nur noch 350 US-Dollar pro Monat.
Ein seltener Lichtblick in diesem Umfeld war in der vergangenen Woche die Beilegung eines Patentstreits mit Hims & Hers. Die Gesundheitsplattform wird künftig das Originalpräparat Ozempic vertreiben und im Gegenzug den Verkauf von nachgemachten GLP-1-Produkten einstellen. Trotz dieses strategischen Erfolgs und eines weiterhin dominanten Marktanteils von 62 Prozent ist die Marktkapitalisierung von Novo Nordisk mittlerweile auf rund 173 Milliarden US-Dollar geschrumpft.
Das Management steht nun unter erheblichem Zugzwang. Innerhalb von 15 Arbeitstagen muss eine formelle Antwort auf das FDA-Warnschreiben erfolgen. Gleichzeitig richtet sich der Fokus auf die anstehende Hauptversammlung am 26. März in Kopenhagen. Um den massiven Preisdruck im Kerngeschäft auszugleichen, ist das Unternehmen zwingend auf erfolgreiche Markteinführungen neuer Hoffnungsträger wie dem Kombinationspräparat CagriSema und der Hämophilie-Therapie Mim8 angewiesen.
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