Novo Nordisk Aktie: Kursschwäche trotz Datenflut
Eine explorative Auswertung zeigt weniger Leberfett unter Semaglutid; Preissenkungen und die ausstehende CagriSema-Entscheidung prägen den Ausblick.
Kurz zusammengefasst
- Leberfett sank nach 72 Wochen
- Explorative Analyse mit 55 Teilnehmern
- Wegovy in Schweden 20 Prozent günstiger
- CagriSema-Zulassungsentscheid im vierten Quartal erwartet
Auf dem Diabetes-Kongress EASD in Mailand legt Novo Nordisk gleich mehrere Studienergebnisse vor. Die Aktie bleibt trotzdem unter Druck: Von knapp 340 dänischen Kronen Ende Juli ging es zuletzt bis auf gut 247 Kronen nach unten. Neue Daten allein reichen offenbar nicht, um die Stimmung zu drehen.
Leberfett sinkt deutlich
Im Mittelpunkt steht eine Post-hoc-Analyse der STEP-UP-Studien zu Wegovy. Das mittlere Leberfett fiel in der Gruppe mit Semaglutid von 8,8 auf 3,1 Prozent nach 72 Wochen, gemessen per MRT. Von 26 Teilnehmern mit erhöhtem Leberfett erreichten 23 den Normalbereich unter 5 Prozent, das entspricht 88,5 Prozent.
Die Einordnung gehört dazu: Die Untergruppe mit direkter Leberfett-Messung umfasste nur 55 Teilnehmer. Die Analyse war zudem nicht als primärer oder sekundärer Endpunkt der Studien vorgesehen. Sie bleibt explorativ.
Novo-Medizinchef Filip Knop spricht davon, man blicke damit über die Zahl auf der Waage hinaus. Wegovy ist bereits in den USA, Kanada, Großbritannien, China und weiteren Märkten gegen die Leberkrankheit MASH zugelassen. Die höhere Dosis von 7,2 Milligramm wird dafür nicht untersucht.
CagriSema und Preisdruck
Daneben stellte der Konzern Daten zu CagriSema vor. Eine 52-wöchige MRT-Studie zeigte veränderte Hirnreaktionen auf kalorienreiche Reize, die Gewichtsabnahme gegenüber Placebo lag bei 22,4 Prozent. Die EASD zeichnete die Arbeit mit dem Best Abstract Award aus. Die Zulassung in den USA und Kanada hatte Novo im Dezember 2025 beantragt, eine Entscheidung wird im laufenden vierten Quartal erwartet.
Der Markt blickt allerdings stärker auf den Preis. In Schweden kostet Wegovy seit dem 1. Oktober in den Dosierungen 1,7 und 2,4 Milligramm 20 Prozent weniger. Selbstzahler sparen laut Unternehmen rund 500 Kronen im Monat oder mehr. Parallel verhandelt Novo mit der Behörde TLV und den Regionen über eine Kostenübernahme für Patienten mit schwerer Adipositas.
Hinzu kommt ein medizinischer Schwachpunkt der Therapie. Regeneron meldete, dass sein Myostatin-Hemmer Trevogrumab den Muskelverlust unter Semaglutid um rund 50 Prozent senken konnte. Sollte sich das bestätigen, könnte Semaglutid künftig Teil von Kombinationen werden, die auf qualitativ besseren Gewichtsverlust zielen.
Am Donnerstag gab die in den USA gehandelte Aktie zeitweise um gut ein Prozent nach. Kurzfristig dürfte die CagriSema-Entscheidung im vierten Quartal der wichtigste Termin bleiben.
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