Novo Nordisk Aktie: Mylan reicht Generika-Klage ein
Mylan verlangt eine gerichtliche Klärung zu Wegovy-Patenten; Novo Nordisk prüft zugleich eine direkte Notierung an der NYSE.

Kurz zusammengefasst
- Mylan beantragt Klärung der Wegovy-Patente
- Aktie seit Jahresbeginn 23 Prozent niedriger
- Forschungsabkommen mit Orbis über bis zu 1,4 Milliarden Dollar
- Direkte NYSE-Notierung wird geprüft
Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk sieht sich in den USA mit einem juristischen Vorstoß gegen sein wichtigstes Adipositas-Medikament konfrontiert. Mylan Pharmaceuticals, eine Tochtergesellschaft des Arzneimittelherstellers Viatris, reichte am Freitag Klage vor einem US-Bundesgericht im Bundesstaat Delaware ein.
Wie die Nachrichtenagentur Reuters meldete, fordert das Unternehmen eine gerichtliche Feststellung, dass ein von ihm geplantes Generikum von Wegovy die bestehenden Patente von Novo Nordisk nicht verletzt.
Rechtlicher Angriff auf den Kassenschlager
Für Novo Nordisk steht bei dem Verfahren viel auf dem Spiel. Wegovy gehört zu den zentralen Erlösquellen des Konzerns und trieb in den vergangenen Jahren dessen weltweites Wachstum an. Sollte es Nachahmern vorzeitig gelingen, die Patentschranken im US-Markt zu überwinden, würde dies den Preisdruck auf die dänischen Präparate spürbar verschärfen.
An der Börse spiegeln sich die wachsenden Herausforderungen bereits seit Längerem wider. Gestern ging das Papier bei 34,05 Euro aus dem Handel. Seit Jahresanfang verzeichnet die Aktie einen Wertverlust von 23 Prozent und liegt damit 38 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch.
Strategische Gegenmaßnahmen und Pipeline-Ausbau
Novo Nordisk reagiert auf den verschärften Wettbewerb mit einer Erweiterung seines therapeutischen Portfolios. Neben injizierbaren Arzneien forciert das Management zunehmend die Entwicklung von Präparaten in Tablettenform.
Mitte September unterzeichnete das Unternehmen ein Forschungs- und Lizenzabkommen mit Orbis Medicines im Volumen von bis zu 1,4 Milliarden Dollar zur Entwicklung oraler Wirkstoffe gegen kardiometabolische Erkrankungen, verbunden mit einer strategischen Beteiligung an dem Partner.
Konzernchef Mike Doustdar betonte gegenüber Reuters, dass Tabletten zur Gewichtsreduktion bis zum Jahr 2030 bis zur Hälfte des weltweiten Marktes für Adipositas-Medikamente einnehmen könnten. Doustdar forderte die eigene Belegschaft zudem auf, den Kundenfokus zu verstärken, um verlorenes Terrain im Adipositas-Segment zurückzugewinnen.
Ausbau der US-Präsenz im Blick
Um die Position am weltweit bedeutendsten Pharmamarkt auch kapitalmarktseitig zu stärken, erwägt der Konzern Veränderungen an seiner Notierungsstruktur. Doustdar erklärte gegenüber der Financial Times, Novo Nordisk prüfe eine direkte Börsennotierung an der New York Stock Exchange als Ersatz für die bisher gehandelten ADR-Zertifikate.
Parallel setzt der Konzern seine gesellschaftlichen Initiativen fort: Für ein Programm mit UNICEF zur Vorbeugung von Fettleibigkeit bei Kindern sagte Novo Nordisk für den Zeitraum von 2026 bis 2030 zusätzliche 18 Millionen Dollar zu.
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