Novo Nordisk Aktie: Sammelklage und neuer CEO unter Druck

Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk sieht sich einer Sammelklage wegen angeblicher Fehlinformationen ausgesetzt, während der neue CEO Maziar Mike Doustdar mit Sparmaßnahmen und reduzierten Wachstumszielen gegensteuert.

Eduard Altmann ·
Novo Nordisk Aktie

Kurz zusammengefasst

  • Sammelklage wegen angeblicher irreführender Marktaussagen
  • Neuer CEO verhängt Einstellungsstopp und senkt Prognosen
  • Starker Konkurrenzdruck durch Eli Lillys Medikamente
  • Trotz Herausforderungen solide Halbjahreszahlen präsentiert

Der dänische Pharmariese Novo Nordisk steckt in der Klemme. Eine Sammelklage wegen angeblich irreführender Aussagen läuft noch bis zum 30. September – und das ausgerechnet, während ein neuer CEO das Unternehmen mit drastischen Sparmaßnahmen auf Kurs bringen will. Kann Maziar Mike Doustdar das Ruder noch herumreißen?

Sammelklage setzt Unternehmen unter Zeitdruck

Die Gross Law Firm hat am 4. September eine Sammelklage gegen Novo Nordisk eingereicht, die Aktionäre noch bis zum 30. September beitreten können. Der Vorwurf: Das Unternehmen soll zwischen Mai und Juli 2025 die Wachstumschancen im lukrativen GLP-1-Markt schöngerechnet und den Konkurrenzdruck durch Eli Lillys Zepbound heruntergespielt haben.

Der Hintergrund dieser Anschuldigungen wurde am 29. Juli schmerzhaft deutlich. An diesem Tag brach die Aktie um 22 Prozent ein, als Novo Nordisk gleichzeitig die Verkaufsprognose für 2025 um fünf Prozentpunkte nach unten korrigierte und einen neuen CEO präsentierte.

Neuer Chef mit drastischen Maßnahmen

Maziar Mike Doustdar übernahm am 7. August das Ruder und reagierte schnell: Bereits am 20. August verhängte er einen Einstellungsstopp für alle nicht geschäftskritischen Rollen. Der Manager mit drei Jahrzehnten Novo-Nordisk-Erfahrung hatte zuvor die internationale Sparte geleitet und deren Umsatz mehr als verdoppelt.

„Ich komme in diese Rolle mit einem Gefühl der Dringlichkeit und der festen Entschlossenheit, dass Novo Nordisk höher hinaus will als je zuvor“, erklärte Doustdar bei seinem Amtsantritt. Die neuen Erwartungen für 2025 sind deutlich gedämpft: Statt 13-21 Prozent Wachstum peilt das Unternehmen nun nur noch 8-14 Prozent an.

Konkurrenzkampf verschärft sich

Die Korrektur spiegelt den intensiven Wettbewerb im GLP-1-Markt wider. Eli Lillys Medikamente Zepbound und Mounjaro setzen Novo Nordisks Marktführerschaft unter Druck, während gleichzeitig „nachgemachte“ GLP-1-Präparate den Markt überschwemmen.

Einen Hoffnungsschimmer lieferten am 1. September neue Studiendaten: Wegovy zeigte im Vergleich zu Zepbound eine überlegene Reduktion des Herz-Kreislauf-Risikos. Zudem genehmigte die FDA am 15. August Wegovy als erste GLP-1-Behandlung für eine Lebererkrankung, die etwa 16 Millionen Amerikaner betrifft.

Trotz der Herausforderungen präsentierte Novo Nordisk solide Halbjahreszahlen mit 18 Prozent Umsatzwachstum auf umgerechnet 24 Milliarden Dollar. Besonders das Adipositas-Geschäft florierte mit einem Sprung um 58 Prozent.

Die Frage bleibt: Reicht das, um die Investoren zu beruhigen und die rechtlichen Probleme abzuwenden? Der nächste Test kommt mit den Q3-Zahlen Anfang November – dann wird sich zeigen, ob Dousdars Strategie aufgeht.

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Novo Nordisk Aktie

37,62 EUR

– 0,18 EUR -0,48 %
KGV 9,84
Sektor Gesundheitswesen
Div.-Rendite 4,34 %
Marktkapitalisierung 1,19 Bio. EUR
ISIN: DK0062498333 WKN: A3EU6F

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