Novo Nordisk Aktie: Verfügung gegen Lilly beantragt
Novo Nordisk erwirkt juristische Schritte gegen Eli Lillys Werbung mit veralteten Studiendaten zu Abnehm-Medikamenten.

Kurz zusammengefasst
- Einstweilige Verfügung gegen Lilly beantragt
- Vorwurf: veraltete Studien in Werbung
- Lillys Retatrutide zeigt starke Phase-3-Daten
- Novos CagriSema verfehlte Studienziel
Der Rechtsstreit zwischen Novo Nordisk und Eli Lilly nimmt eine neue Wendung. Nach der Klage wegen angeblich irreführender Werbung hat der dänische Konzern nun vor einem US-Gericht eine einstweilige Verfügung beantragt. Ziel: Eli Lilly soll die Werbung für seine Abnehm-Medikamente stoppen, solange der Rechtsstreit läuft.
Vorwurf: veraltete Studien als Werbeargument
Novo Nordisk wirft dem US-Rivalen vor, mit überholten Studiendaten zu werben. Konkret geht es um die Marken Mounjaro und Zepbound, die laut Lillys Kampagnen Verbrauchern zu deutlich mehr Gewichtsverlust verhelfen sollen als Ozempic und Wegovy. Ein Sprecher von Eli Lilly reagierte auf Anfragen bislang nicht, verteidigte aber in dieser Woche bereits die Nutzung der umstrittenen Studienergebnisse in der eigenen Werbung.
Der juristische Schlagabtausch fällt in eine Phase, in der Eli Lilly wissenschaftlich ohnehin die Nase vorn zu haben scheint. Am Donnerstag legte der US-Konzern weitere positive Phase-3-Daten zu seinem Abnehmwirkstoff Retatrutide vor. In der Studie TRIUMPH-3 verloren Patienten mit schwerer Adipositas und Herz-Kreislauf-Vorerkrankung unter der höchsten Dosis nach 80 Wochen im Schnitt bis zu 22,6 Prozent ihres Körpergewichts. Bei Patienten mit zusätzlichem Typ-2-Diabetes lag der Wert bei 20,8 Prozent. Damit stehen inzwischen fünf positive Spätphasenstudien zu dem Dreifach-Wirkstoff, den Eli Lilly als künftige dritte Säule neben Zepbound und der Tablette Foundayo aufbaut.
CagriSema bleibt der Schwachpunkt
Novo Nordisk kann derzeit wenig Vergleichbares entgegensetzen. Im direkten Kopf-an-Kopf-Test gegen Lillys Tirzepatid verfehlte der eigene Kombiwirkstoff CagriSema sein Studienziel — ein Ergebnis, das JPMorgan-Analyst Chris Schott bereits im Februar als Bestätigung von Zepbounds Marktführerschaft wertete. Novo hat CagriSema trotzdem zur Zulassung eingereicht, die FDA-Entscheidung steht noch aus. Parallel arbeitet der Konzern an Amycretin, das an GLP-1- und Amylinrezeptoren andockt und sich in Phase 3 befindet.
An der Börse blieb die Reaktion bislang moderat. Die Novo-Nordisk-Aktie notierte im Freitagshandel an der Kopenhagener Börse zeitweise nahezu unverändert bei 320,55 dänischen Kronen, während die Eli-Lilly-Aktie an der NYSE nach den Retatrutide-Daten am Vortag um rund zwei Prozent zugelegt hatte.
Der nächste konkrete Termin, an dem sich die Kräfteverhältnisse erneut verschieben könnten, ist die ausstehende FDA-Entscheidung zu CagriSema. Danach richtet sich der Blick auf Eli Lillys geplanten Zulassungsantrag für Retatrutide, der für das erste Quartal 2027 vorgesehen ist.
Novo Nordisk-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Novo Nordisk-Analyse vom 24. Juli liefert die Antwort:
Die neusten Novo Nordisk-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Novo Nordisk-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 24. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Novo Nordisk: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...